Trübes Wetter = Schrauberwetter

Es schifft heute wie aus Kübeln, und das nonstop. Meine Nachbarn sind das ganze Wochenende unterwegs, also habe ich die Schrauberhalle für mich. Hab noch ein Problem an der 500 R zu lösen, also gleich um 9:00 ab in die Werkstatt.

Alles begann mit dem Anbau des guten alten Magura Kurzhubgasgriffs! Ein super Teil, aber dadurch rückte der Bremshebel zwangsläufig etwas nach rechts und wurde etwas griff-ungünstig. Will also die rechte Elektro-Schalteinheit mit E-Startknop, Killschalter und Lichtschalter austauschen. Für den E-Starter hab ich bei ebay ein wunderschönes Teil von der KTM ersteigert und auch schon angebaut. Als Lichtschalter nehme ich einen universellen Blinkschalter von Tante Luise – wegen der 3 Stellungen. Auf jeden Fall will ich geschaltetes Licht haben und nicht schon beim Zündung einschalten das Standlicht leuchten lassen. So war es aber an meiner 500 R, vermutlich durch den Polizeiumbau. Und daneben muss ich nach dem Drehzahlmesser schauen. Der zeigt nur bei Hauptlicht vernünftig an, ohne Licht und bei Standlicht dreht er bis 3000, um dann wieder abzufallen. Hab mich den Abend vorher gründlich mit dem Schaltplan beschäftigt, und glaube zu wissen, was getan werden muss.

Der Starterknopf mit Killschalter von KTM macht sich sehr gut. Habe auch wenig Probleme, das Teil zu vernünftiger Funktion zu bringen.

Jetzt der Blinkschalter von Tante Luise, den ich als Lichtschalter benutze. Mittelstellung aus, nach oben Hauptlicht, nach unten Standlicht. Das klappt relativ gut, nur das Rücklicht und die Armaturenbeleuchtung brennen nach wie vor dauernd.

Aber auch das krieg ich hin, nachdem ich ein zusätzliches Kabel nach hinten fürs Rücklicht ziehe. Das Problem mit dem Drehzahlmesser hoffe ich mit einem Tip aus dem Forum zu lösen: Der Drehzahlmesser hängt an einer nicht-gleichgerichteten Phase der Lichtmaschine. Er muss an die Phase, die immer Spannung führt. Ich klemme ihn also um auf die Phase mit der höchsten Spannung. Im Stand sieht jetzt alles korrekt aus, aber ich weiss, dass es im Fahrbetrieb anders sein kann. Muss ich morgen testen, heute regnet es ganz fürchterlich, zu viel selbst für eine kleine Testfahrt. Jetzt gehts noch an das Silverstar-Gespann.

 

… die erste Regenfahrt 2007

Heute sollte es in die Werkstatt gehen: Arbeiten am Silverstar-Gespann und eine Durchsicht des Eisenschwein-Gespanns waren geplant. Aber um 10:00 schien dermassen schön die Sonne, dass alle Gedanken an Werkstattaktionen verflogen. Statt dessen schnell in die Klamotten und die 500 R gesattelt. Das Ziel: Durch den Marburger Raum in den Kreis Waldeck/Frankenberg. Der Wetterbericht sagte eine Regenwahrscheinlichkeit von 57 Prozent voraus, und so ergab sich heute … die erste Regenfahrt 2007.

Bis Rauschenberg fahre ich durch herrliches Frühlingswetter. Zur Erinnerung: Wir haben Februar! Dann geht der Regen los. Nun ist ein bisschen Regen per se nichts Schlimmes, aber es wird schnell stärker und der Wind legt auch ordentlich zu. Als die Handschuhe erste Undichtigkeiten zeigen, beginne ich einen unauffälligen Rückzug. Und trotzdem war es nett!

Die kurvenreiche Strasse nach Rauschenberg krieg ich noch halbwegs trocken hinter mich, aber jetzt sind die Strassen schon klatschnass und auch noch schmierig. Kurvengeschleiche beginnt.

Stadtturm, Brücke und die Mühle: Einfahrt nach Amöneburg auf historischen Spuren.

Mein Hang zu kleinen Häusern wird hier in Schweinsberg überdeutlich dokumentiert.

 

Die erste Solofahrt 2007

Am Tag zuvor wurde das Gespann bewegt, heute soll es die Solo-500R sein. Das Wetter ist noch schöner als gestern, deshalb kommt nur die Lederjeans unter die Thermohose. Vormittags erst mal nach der Batterie gesehen und Luft auf die Reifen gepumpt, und kurz nach 15:00 kann es losgehen. Es soll ein wenig ziellos durch Vogelsberg und Wetterau gehen.

Nach der letzen Fahrt im Dezember hatte ich die Elektrik nochmal durchgecheckt und die 10 A Sicherung im Ladekreis gegen eine 20 A Sicherung ausgetauscht. Das Anspringen heute klappt ganz gut, obwohl die Batterie nicht mehr voll geladen war. Nach 20 km Warmfahren bekommt der Rotax dann die Drehzahlen, die er liebt: 5000 und mehr. Dieser Motor läuft aber wirklich anders als in meinen Silverstars: Etwas ruppiger, aber auch kräftiger und agiler. Habe den Vorbesitzer schwer in „Verdacht“, dass er mit dem Motor irgend etwas gemacht hat, vielleicht eine scharfe Nocke reingesetzt. Werd ihn mal fragen. Aber ein Wunder wär’s nicht, ist schließlich Motorenbauer mit eigener Firma.
Heute hatte die 500R aber einige male kleine Aussetzer beim Beschleunigen. Hat sie vorher mit dem DelOrto auch schon gehabt, und das ist trotz Bing-Vergaser nicht verschwunden. Können auch kleine Zündaussetzer sein. Nicht wirklich schlimm, aber auch nicht nötig. Aber wo ansetzen?

Erster Stop nahe der Schwalmquelle zwischen Köddingen und Meiches. Wenn die Waldwege wieder etwas trockener sind, will ich mal direkt an die Quelle fahren. Beim letzten Versuch vor 25 Jahren mit meiner Maico M250B hab ich die Quelle aber nicht gefunden .......

In dieser Ecke des Vogelsberges hat Kyrill auch ganz ordentlich gehaust. Sieht fast aus wie eine Mondlandschaft oder ein durch Industriedreck gestorbener Wald in Osteuropa.

Beim Oldtimer Cafe auf der Herrchenhainer Höhe steht mir der Sinn nach einem heißen Kakao und einer schönen fetten Currywurst, garniert mit etwas Benzingesprächen. Aber Überraschung: Trotz des tollen Wetters sind an diesem Nachmittag nur 3 Motorräder am Cafe. So gibts nur ein Foto und dann gehts weiter in Richtung Wetterau.

Die Abfahrt von Stornfels in Richtung Ulfa. Mit der 500er spüre ich die starke Steigung nicht, dafür empfinde ich das Kurvengeschlängel sehr intensiv. Im November war ich hier mit dem ES250-Gespann, und da wars genau umgekehrt.

Auf der Heimfahrt gerate ich in Laubach natürlich mitten in den Faschingstrubel - ätzend. Dann noch ein letzter Stop am verlassenen Firmengebäude meines Brötchengebers. Natürlich ist da am Samstag Abend kein Mensch - aber kaum steh ich dort, fährt der Chef mit seinem Porsche vor und legt noch eine kleine Sonderschicht ein. Wahrlich ein Arbeitstier.

Will mal sehen, wie sich die grüne 500R vor dem ebenfalls grünlastigen Bürogebäude macht. Dieses Bild schick ich gleich dem Militäremmentreiber, damit er mal die von ihm neu bezogene Sitzbank am Objekt sieht. Er hat einen guten Job gemacht, die Bank ist schön hart gepolstert und ist auch nach den 150 km nicht durchgesessen.

 

Eine kurze Fahrt mit Stulpen

In den letzten Tagen hatte ich ein paar Kleinigkeiten an der 500 R gemacht: Die Leitung aus der CDI nach Batterie-Plus über eine Sicherung geführt, den Behörden-Einzelsitz montiert und leihweise ein Paar Lenkerstulpen von Egon angebracht. Muss ja auch alles getestet werden. Aber an diesem Tag war der Wurm drin: Die MZ sprang so gerade noch an, auf den letzten Batterieströmchen kam sie dann. Na gut, es ist kalt, die Batterie auch nicht mehr die Jüngste – laden wir sie beim Fahren ein wenig auf.
Die Lenkerstulpen passen nicht vernünftig und sind schon beim Anlassen im Weg. Nach 500 m ist der linke Stulpen schon offen und flattert wie ein Segel im Wind. Also anhalten und neu befestigen. Weiter. Die ersten km drehe ich den Motor nur bis 3500 Umdrehungen. Später natürlich höher – aber was macht der Drehzahlmesser: Zeigt bis 4000 richtig an und fällt dann wieder ab, läuft quasi ab 4000 rückwärts. Dazu flattern die Stulpen immer schlimmer – mir reichts schon. Die Strassen sind auch keineswegs trocken, überall Nässe und schmieriger Dreck – einfach eklig. Das gibt nur einen kurzen Trip: Ebsdorfer Grund – Mardorf – Homberg und Schluss – nicht mehr als 50 km.

 

Hinter Mardorf wieder ein Stop, um die Stulpen neu zu befestigen. Danach dreht die Batterie den Anlasser nicht mehr durch - von wegen Aufladung. Zum Glück kommt der Rotax beim ersten Kickversuch. Jetzt ohne weiteren Halt heim in die Werkstatt.

In der Werkstatt sofort die Batterie ausgebaut und ans Ladegerät gehängt. Dabei fliegt mir noch einer der Batteriestopfen weg und ward nicht mehr gefunden. Scheiiiiisse - wär ich doch bloss zu Hause geblieben. Mir reichts - Schluss für heute, den Stopfen suchen wir später und den Drehzahlmesserfehler auch. Byebye Werkstatt!

 

Dank Gleitzeit zum Stausee ins Antrifttal

Die grüne 500 R steht jetzt schon einige Zeit ungenutzt – zu lange, wie ich finde. An diesem Donnerstag im November ist hier ein Wetter zum Anbeissen – Sonne, blauer Himmel, 20 Grad. Da gibts nur eins: Die Gleitzeit ausnutzen und eine Runde mit der MZ. Hab mir das Antrifttal als Ziel vorgenommen. Gegen 15:00 gehts los, die Maschine springt sofort an.

Auf den letzten Fahrten mit dem Gespann war meine Bekleidung etwas zu dünn, deshalb wird heute schwereres Geschütz aufgefahren. Aber das passt dann bei 20 Grad natürlich auch nicht. Beim Fahren ist ja noch alles OK, aber sobald ich anhalte, absteige und mich bewege, beginnt leichte Transpiration. Naja, jedenfalls besser als frieren.
Der Tag ist herrliich zum Fahren, hätte am besten schon Morgens freigemacht. Aber obacht: In den Wäldern sind die Strassen stellenweise noch sehr feucht. Also vorsichtig gefahren. Aber im Antrifttal ist ohnehin Motorradwandern angesagt, wenn man die sanfte Hügellandschaft richtig geniessen will.

CH: Mit der MZ 500 R in der Schweiz? Keineswegs, dieser Stein mit der Aufschrift CH steht zwischen Arnshain und Neustadt.

In der Nähe des Drei-Herren-Ecks: Hier fand mal ein konspiratives Treffen der Landgrafen (oder waren es Landräte?) aus dem Vogelsberg, der Schwalm und dem Marburger Land statt.

Der kleine Antriftal-Stausee bei Seibelsdorf.

Der Stausee mit Restaurant an der Staumauer hat sich zum beliebten Ausflugsziel gemausert.

Auf der Rückfahrt gehts bei Schellnhausen mal kurz von der Strasse ab. Nach knapp 100 km bin ich wieder in Mücke.