… oder „Wie ich lerne, den Airoh zu lieben“ – das ist das Thema meiner kleinen Ausfahrt am heutigen Abend. Tagsüber zieht mich bei der Hitze nichts auf Motorrad, aber am frühen Abend wird’s erträglich, wenn auch nicht wirklich kühl. Der Plan dabei ist, bei jedem Stopp den Airoh J106 abzunehmen und dann beim Start den Kinnschutz wieder an den Helm zu frickeln. Das soll nämlich irgendwann elegant mit einer fliessenden Bewegung geschehen und nicht mit dem elenden Gefummel, das ich im Moment noch jedesmal habe.

Das habe ich schon seit längerer Zeit vor: Diesen kleinen Teich abseits der Strasse in der Nähe von Stumpertenrod anzufahren und die Ruhe zu geniessen. Heute mach ichs und der Wiesenweg dorthin ist mit der Suzi kein Problem. Mit der T-Bird wäre ich da aber auf keinen Fall herunter gefahren.

Auf der einen Seite der Teich, auf der anderen das lange Tal, durch das vor 12.000 Jahren wahrscheinlich ein Gletscher seinen Weg nahm.

Schön wie in einem Traum: Keine Verkehrsgeräusche, nur Quaken, Zirpen und Gezwitscher. Aber dennoch: Ich muss weiter. Und hier klappt das Einsetzen des Kinnschutzes schon ganz gut – wahrscheinlich wegen der tiefen, inneren Ruhe.

Mein nächstes Ziel ist der Totenköppel bei Meiches. Um den zu erreichen, muss ich tatsächlich zwei Strassensperrungen missachten und durch die Baustellen fahren. Aber was tut man nicht alles für ein halbes Stündchen Ruhe hier oben. Aber auch die bekomme ich nicht, denn eine ganze Gruppe Rentner hat sich hier versammelt und geniesst wie ich die Aussicht.
Noch ein letzter Blick auf die Beschriftung der Hinweistafel. Da sind immer noch einige wenige Orte, die ich noch nicht angefahren habe: Den Bechtelsberg, die Büraburg, den Fehdenberg und das Hessische Kegelspiel. Also dran bleiben.
Auch hier klappt das Einstecken des Kinnschutzes ganz gut – trotz der zuschauenden Rentner. Ah so, bin ja auch einer und hätte bestimmt gut zu der Truppe gepasst. Aber nicht heute.