Der nächste Morgen beginnt genau so schön, wie der Vortag aufgehört hat: Schon früh ist es warm, auch die Nacht war angenehm. Der Zwickelgenuss hat keine Auswirkungen auf meinen Kopf – sehr gut. Dann wollen wir doch mal sehen, was dieser Tag so bringt.

Etwas länger als üblich hab ich wohl doch geruht, denn die Zeiten, wo ich der erste und einzige Mensch auf dem Platz war, sind vorbei. Aber ruhig ist die Szenerie schon noch.

Anders dagegen am Logistikzentrum! Hier tummelt sich bereits eine muntere Schar und widmet sich dem hervorragenden Frühstück.

Die fleissigen Heinzelmännchen des Orga-Teams haben ein Frühstück aufgetischt, dass jeder Pension zur Ehre gereichen würde.

Und kaum sind die Lebensgeister der Foristi durch das gute Frühstück geweckt, beginnen auch schon wieder die technischen Diskussionen.

Frisch wie der junge Tag ist Lorchen. Die K75 scheint doch eine gute und ermüdungsfreie Reisemaschine zu sein. Ich lenke das Gespräch noch einmal auf einen möglichen Krädertausch.
Gegen 9:15 macht sich das Statistische Forumsamt an die Arbeit: Es gilt, das Verhältnis zwischen MZ-Motorrädern und Fremdfabrikaten auf MZ-Treffen ein für alle mal und mit belastbaren Zahlen belegt zu klären. Und so schwärmen die Erbsenzähler mit ihren Fragebögen aus und gehen ans Werk.
Nach Stunden harter Arbeit und anschließender wissenschaftlicher Auswertung mit Hilfe der modernsten mathematischen Algorithmen steht das Ergebnis fest und wird hier erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Momentaufname um 9:30 ergibt folgendes:
35 MZ-Motorräder
24 Fremdfabrikate
davon 8 Honda und 6 BMW.
Damit ist eindeutig erwiesen, dass die Anzahl der Fremdfabrikate auf MZ-Forumstreffen mittlerweile deutlich höher ist als die von MZ-Maschinen. Auf den ersten Blick mag das anders aussehen, aber der eingesetzte Zylinderalgoritmus beweist, dass MZ mit exakt 35 Zylindern gegenüber 60 Fremdfabrikatszylindern klar im Hintertreffen ist. Und jedem BWLer ist ja wohl klar: Statistiken lügen nicht.

Auch wenn sich die Komplexität des kniffligen Algorithmus nicht jedem Leser auf Anhieb erschliesst, wird man die tiefe Weisheit der Berechnung hoffentlich erkennen.
Das hätten wir also auch abgehakt und ich widme mich jetzt wieder dem Treffen in Heiligenstadt.

Und noch einmal Vater und Sohn: Axel mit dem ehemals letzten Praktikanten, mittlerweile natürlich längst kein Praktikant mehr, sondern ordentlicher Ingenieur – oder heißen die heute auch Master und Bachelor?.

Feuereisen dagegen macht aus seinem AWO-Bobber ein Funkeleisen. Da dürfte Elsterglanz im Spiel sein.

Reinhard, Peter und ich beschließen, an keiner der Ausfahrten teilzunehmen, sondern eine eigene Fahrt nach Pottenstein zu unternehmen. Aber sachte, wir haben es nicht so eilig damit.

Und dann machen wir uns auf die kleinen Strassen der Fränkischen Schweiz und kommen zunächst über die wunderbare Allee zur Burg Greifenstein.

Ein imposantes Gebäude, aber zu dieser Stunde noch nicht geöffnet. Macht aber nix, wir wollten es eh nur von aussen betrachten.

….. erzählt die nette Familie, wie schweißtreibend der Aufstieg ist. Sofort lassen wir den Gedanken wieder fallen und …..

….. schauen uns stattdessen die schönen Flüsse und ein paar Kanufahrer an. Das ist weniger anstrengend.

Burg Pottenstein hoch auf dem Berg. Könnte mir gut vorstellen, dass diese Festung nie eingenommen wurde.

Selten: Noch oberhalb der Burg gibt es eine kleine Heidelandschaft: Die Trockenhänge um Pottenstein.
Ein paar Kilometer weiter und ganz nahe am Motorradtreff Kati-Bräu fehlt meiner Lady plötzlich der Vortrieb: Der Gaszug ist gerissen. Unterwegs-Reparatur scheidet mangels Werkzeug und Teilen aus und so drehe ich das Standgas auf 4000 Umdrehungen und wir schleichen uns in Richtung Heiligenstadt. Dummerweise geraten wir noch in einen Unfall mit PKW und Motorrad, der zu einer kurzen Straßensperrung führt.

Und so kommt es, dass ich bis tief in den Abend hinein an meinem übergewichtigen Mistbock herumschrauben muß. Einen Gaszug zu wechseln ist beispielsweise an einer TS250 oder einer Silverstar ein Klacks, aber bei der Thunderbird muss dazu das halbe Motorrad zerlegt werden. Glück im Unglück: Clemens besorgt Lötkolben und jede Menge Nippel und ich bekomme perfekte Hilfe von Frank, Heiko, Richard und Reinhard. Herzlichen Dank dafür.

Henner, unser Barde mach sich hier auf den Weg zum abendlichen Job, begleitet von Groupie Ruth, die am Vorabend jeden Text von Henner mitsingen konnte. Donnerwetter! Im Hintergrund links der Herr im lindgrünen Shirt ist übrigens Norbert, ehemaliges Forumsmitglied und Moderator, der nach längerer Abstinenz vielleicht doch wieder ins Forum zurück findet – wäre schön.

Es gibt ein Gewinnspiel, bei dem das Gewicht eines alten Nummernschildes geschätzt werden musste. Dazu findet jetzt eine klasse Preisverleihung mit tollen Preisen und einem professionellen Moderator statt.

Der Beweis: Fränkische Biere enthalten nicht nur Wasser, Hopfen und Malz, sondern auch Endorphine, also Glückshormone.

Mit Heiko und Richard führen wir philisophische und hochgeistige Gespräche – und als das nicht mehr klappt, wird zum Thema Tomaten geschwenkt – das aber ausgiebig.

Der traut sich was! Nils inmitten von geballter Frauenpower. Was der junge Mann heute Abend über das weibliche Geschlecht gelernt hat, dürfte für ein Leben reichen.

Zu später Stunde schwappt die Stimmung über und wird geradezu ekstatisch. Das muss die spätrömische Dekadenz sein, die Guido Westerwelle damals gemeint hat.

Spät in der Nacht, also um 0:000, gibt es eine weitere Überraschung: Ein Feuerwerk zu Ehren von Arnis 36. Geburtstag.