{"id":799,"date":"2011-08-06T14:44:55","date_gmt":"2011-08-06T13:44:55","guid":{"rendered":"http:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/?page_id=799"},"modified":"2013-03-08T07:42:59","modified_gmt":"2013-03-08T06:42:59","slug":"planeta-schraubertips","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/?page_id=799","title":{"rendered":"Planeta Schraubertips"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wichtige Hinweise f\u00fcr die Reparatur des Getriebes gibt Schraubaer42 alias J\u00fcrgen Dippel:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/motogirl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-800\" title=\"motogirl\" alt=\"\" src=\"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/motogirl.jpg\" width=\"145\" height=\"184\" \/><\/a>Tipp zur Demontage\/Montage des Getriebes:<\/p>\n<p>So einfach das R\u00e4derwerk auch gestaltet ist: Es gibt zwei Punkte die es in sich haben.<br \/>\nZum einen sollte die Endabtriebswelle bei der Demontage im Getriebedeckel belassen werden. Da die Welle geteilt ist l\u00e4sst sie sich problemlos inkl. Deckel entfernen.<\/p>\n<p>Das ist dann wichtig wenn man das Endabtriebslager dort belassen will wo es ist. Ansonsten kommen einem die Rollen des Lagers entgegen gefallen.<\/p>\n<p>Das ist nicht weiter schlimm. Die Rollen k\u00f6nnen zur Montage mit z\u00e4hem Allzweckfett wieder dort fixiert werden wo sie hingeh\u00f6ren.<br \/>\nWird das Abtriebslager erneuert ist das eine Standardarbeit.<\/p>\n<p>\u00d6ffnet man das Getriebe aber lediglich um z.B. die Schaltgabeln oder R\u00e4derpaare zu wechseln, so sollte das Abtriebslager an Ort und Stelle ( im Getriebedeckel) verbleiben. Das spart einen Haufen Arbeit und evtl. mehrere neue Abriebswellendichtringe.<\/p>\n<p>Die zweite t\u00fcckische Ecke verbirgt sich in der Schaltkinematik.<\/p>\n<p>Das Getriebe wird zweckm\u00e4\u00dfigerweise so zusammengebaut, da\u00df es in Leerlaufstellung ist.<\/p>\n<p>Setzt man nun einfach das Schaltsegment der Schaltwelle mittig auf die Verzahnung der Schaltwalze, so hat man gute Chancen, gleich darauf wahnsinnig zu werden.<\/p>\n<p>Die Frage lautet dann n\u00e4mlich:<br \/>\nWo zur H\u00f6lle ist mein vierter Gang geblieben ???<\/p>\n<p>W\u00e4re das Schaltsegment ein Halbkreis statt lediglich ein knapper Quadrant, w\u00e4rs wurscht und die Z\u00e4hnezahl w\u00fcrde in jedem Fall ausreichen um die Schaltwalze in die passende Position zu drehen.<\/p>\n<p>Eigentlich m\u00fcsste bei Einbau im Leerlauf der Quadrant mit der Indexmarkierung leicht unterhalb der Schaltwalze stehen, um mit der begrenzten Z\u00e4hnezahl seine Aufgabe zu erf\u00fcllen. Das l\u00e4sst sich aber mangels geeigneter Markierungen nur im Versuch und Irrtum Verfahren realisieren.<\/p>\n<p>Des R\u00e4tsels L\u00f6sung: Es gibt Markierungen ! ( nur nicht f\u00fcr die Leerlaufposition.)<br \/>\nEinmal einen Index auf dem Quadranten und als Gegenst\u00fcck einen K\u00f6rnerschlag auf der Schaltwalze.<\/p>\n<p>Nach Montage des Getriebes in Leerlaufposition&#8230;<\/p>\n<p>(Spitze des federbelasteten Gangrasters (Leerlaufschalters) ruht in der gr\u00f6\u00dften Nut der Schaltwalze)<\/p>\n<p>&#8230;wird die Schaltwalze so weit gedreht, da\u00df der K\u00f6rnerschlag bei dem folgenden Einsetzen des Quadranten mit dessen Index fluchtet.<\/p>\n<p>Voila&#8230;.. der vierte Gang ist da.<\/p>\n<p>Leider wird in der DKW Anleitung dieser Schritt nicht ausf\u00fchrlich beschrieben. Dort hei\u00dft es lediglich, das die Markierungen in \u00dcbereinstimmung zu bringen sind. (Nicht wie oder warum oder welche.) Den Autoren bzw Ingenieuren war das wohl zu selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>&#8230;und ja&#8230; wenn man das einmal exerziert hat ist es das auch. Der Hobbymechaniker aber rauft sich zun\u00e4chst einmal die (rasch ergrauenden) Haare !<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Auch die nachstehenden Aussagen zur Ersatzteilsituation stammen von J\u00fcrgen Dippel:<\/strong><\/p>\n<p>Zur Teilesituation:<\/p>\n<p>Leutz:<\/p>\n<p>&#8230;..legt euch einen oder mehrere Teiletr\u00e4ger zu. Einzelne Teile evtl. noch neue sind allerh\u00f6chstens Zufallsfunde&#8230;..<\/p>\n<p>Aber nur hierzulande&#8230;.. Im Gegensatz zur NZ 350 sind Izh 49\/ 56 und Planeta Modelle echte sozialistische Massenprodukte. Es gibt wirklich gen\u00fcgend von dem Zeugs !<\/p>\n<p>Halt nicht hier, daf\u00fcr aber in jedem Land das hinter dem eisernen Vorhang lag. Mit der zunehmenden \u00d6ffnung dieser L\u00e4nder gegen\u00fcber dem Westen wird auch der Zugang zu diesen Maschinen und Teilen besser.<\/p>\n<p>Unter Umst\u00e4nden kann man zusammen mal eine Teilebeschaffungs (Urlaubs)reise unternehmen.<\/p>\n<p>Die Preise, die jetzt schon f\u00fcr Maschinen und Teile verlangt werden sind einfach l\u00e4cherlich. L\u00e4cherlich, in dem Sinne da\u00df sie gnadenlos \u00fcberh\u00f6ht sind.<\/p>\n<p>Eine fahrbereite Izh 56 mit litauischen Papieren sollte keinesfalls mehr als 700 Euro Solo oder 900 Euro mit Seitenwagen kosten.<\/p>\n<p>Die meisten Exemplare kommen aber nicht fahrbereit des Weges. Meistens sind es ganz traurige Ruinen die im sozialistischen Alltag bis an die \u00e4usserste Grenze verschlissen sind.<\/p>\n<p>Da muss meist Alles&#8230; in Worten, Alles!&#8230; erneuert und\/oder aufgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Deswegen sollten wir, als potentielle K\u00e4ufer Zur\u00fcckhaltung an den Tag legen.<\/p>\n<p>Was heute in der Bucht zu sagenhaften Preisen herausgeht, steht morgen oft wiedereingestellt drin. Evtl. lohnt es sich mit dem Verk\u00e4ufer zu verhandeln.<\/p>\n<p>Wer jeden Schrott kauft hat halt auch jede Menge (teuren) Schrott herumliegen.<\/p>\n<p>Anders gesagt, ein Satz den ich bereits \u00f6fter gebraucht habe und den sich jeder, ob K\u00e4ufer oder Verk\u00e4ufer, hinter die Ohren schreiben sollte:<\/p>\n<p>Man kann Schrott kaufen und verkaufen&#8230;.solange er als Schrott kenntlich ist und auch nicht mehr kostet als Schrott kosten sollte.<\/p>\n<p>Leider wird viel zuviel Schrott als teurer, evtl. lediglich optisch hergerichteter, ach so wertvoller Oldtimer verkauft.<\/p>\n<p>Erinnert euch: Wir reden hier \u00fcber Massenprodukte die in St\u00fcckzahlen von jeweils mehreren Hunderttausend Exemplaren das Werk in Izhevsk verlie\u00dfen. Entsprechend ist die Maschinen und Teilesituation in Russland und den angrenzenden Staaten.<\/p>\n<p>Eine Izh 49 ist eben keine NZ 350. Entsprechend sollte die Preisgestaltung sein. Ein &#8222;Kultzuschlag&#8220;ist, obwohl oft erhoben, keinesfalls gerechtfertigt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Normlager f\u00fcr die Planeta:<br \/>\n<\/strong><br \/>\nNormlager f\u00fcr die Planeta:<\/p>\n<table style=\"width: 100px; text-align: left; margin-left: auto; margin-right: auto;\" border=\"1\" cellspacing=\"2\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Bezeichnung<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Anzahl<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Originalbezeichnung<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Normbezeichnung<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Bemerkung<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; background-color: #e0c5cb;\"><span style=\"font-weight: bold;\">Ma\u00dfe<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Kurbelwellenlager Radial-Rollenlager<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\" valign=\"top\">2<\/td>\n<td valign=\"top\">2505KMY<\/td>\n<td valign=\"top\">NU2205 ECJ C3<\/td>\n<td valign=\"top\">Stahl- oder Messingk\u00e4fig<\/td>\n<td valign=\"top\">25x52x18<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Kurbelwellenlager Rillenkugellager<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\" valign=\"top\">1<\/td>\n<td valign=\"top\">304A<\/td>\n<td valign=\"top\">6304 C3<\/td>\n<td valign=\"top\">Stahl- oder Messingk\u00e4fig<\/td>\n<td valign=\"top\">20x52x15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Radlager Rillenkugellager<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\" valign=\"top\">2<\/td>\n<td valign=\"top\">60203A<\/td>\n<td valign=\"top\">6203 2RS\/2RSH<\/td>\n<td valign=\"top\">Geschlossene Ausf\u00fchrung<\/td>\n<td valign=\"top\">17x40x12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Hinterradantrieb Rillenkugellager<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\" valign=\"top\">1<\/td>\n<td valign=\"top\">6-205<\/td>\n<td valign=\"top\">6004 2RS\/2RSH<\/td>\n<td valign=\"top\">Geschlossene Ausf\u00fchrung<\/td>\n<td valign=\"top\">20x42x12<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<hr \/>\n<p><a href=\" https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/?page_id=10798\"><strong>Der Versuch einer bebilderten Typengeschichte<\/strong>\u00a0<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Die folgenden Informationen basieren im wesentlichen auf den Ausf\u00fchrungen von Juri Szadsky aus Krasnodar, einem Kenner der russischen Motorradindustrie:<\/strong><\/p>\n<p>Die IZH-Planeta ist das meistverbreitete Motorrad in Russland.\u00a0 Im Vergleich mit den Produktionszahlen und der Produktionsqualit\u00e4t der Ischewsker Motorradwerke sind die BMW-Sourogate wie Ural und Dnepr eigentlich das schlechteste Beispiel des russischen Motorradbaus.<\/p>\n<p>Die Geschichte der IZH-Planeta beginnt so:<\/p>\n<p>Die Produktionsanlage f\u00fcr die NZ-350 in Zschopau wurde 1946 demontiert und nach Ischewsk transportiert, wo die schon seit 1929 bestehende Motorradfabrik aus den Ruinen gehoben werden sollte. Und so entstand im Jahre 1947 die IZH-350, eine Kopie der DKW NZ-350.<br \/>\nDie IZH-350 mit Starrahmen aus gepressten Stahlprofilen und Trapezgabel wurde bis 1951 produziert. Dann kam das Modell IZH-49, mit Teleskopgabel vorn und Geradewegfederung hinten, das sich bis 1956 im Programm hielt. Dieses legend\u00e4re Modell ist oft bis heute, und nicht nur bei Oldtimer-Spezialisten, st\u00e4ndig im Einsatz, so zuverl\u00e4ssig ist es.<\/p>\n<p>Im Jahre 1956 wurde mit dem Modell IZH-56 ein komplett neues Fahrwerk entwickelt: ein Rohrrahmen mit doppeltem Unterzug und Federbeinschwinge, der bis heute an IZH-Motorr\u00e4dern verwendet wird.<\/p>\n<p>Bis 1985 hatten alle Planeta-Modelle (es waren ihrer \u00fcber die ganze Dauer nur vier) die gleiche Motorkonstruktion: langhubig, mit zwei Auspuffschlitzen und zwei Auspuffanlagen. Nur die Verdichtung und die Form der Kan\u00e4le im Zylinder \u00e4nderten sich zugunsten einer besseren Leistung. Kupplung, Prim\u00e4rantrieb und Vierganggetriebe (ausgenommen die Gang\u00fcbersetzungen) blieben schon 50 Jahre unver\u00e4ndert.<br \/>\nErst 1985 hat man dem Motor ins Innere gegriffen: Das Modell Planeta-5 hat nur einen Auspuff, leistet 22 PS und hat eine noch bessere Drehmomentcharakteristik als die Vorfahren. Ge\u00e4nderte Kupplung, elektronische Z\u00fcndanlage und Getrenntschmierung, sowie Alu-R\u00e4der und Scheibenbremsen verleugnen jedoch nicht die wahre Identit\u00e4t des guten alten DKW-Zweitakters.<\/p>\n<p>Veraltet ist es ja schon, nach den Ansichten der heutigen verw\u00f6hnten Motorradkenner. Aber f\u00fcr die russischen Verh\u00e4ltnisse, das Niveau der Produktionstechnologie, Stra\u00dfenqualit\u00e4t, Benzin- und \u00d6lquat\u00e4t, Serviceniveau usw. ist die Planeta das einzige, was letztendlich von der DKW NZ-350 geblieben ist: Ein Motorrad, bei dem man ohne gro\u00dfen Aufwand und ohne st\u00e4ndige Sorgen um Wartung, Ersatzteile und (sehr wichtig!) Diebstahlgefahr, sich Freude am Motorradfahren sichern kann.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>Die nachstehenden Aussagen stammen von der Homepage des IZH-Werkes (http:\/\/archive.izhmoto.ru\/eng\/) und sind eine \u00dcbersetzung eines Textes von dort:<\/strong><\/p>\n<p>Motorrad-Produktion der Izhevsker Maschinenfabrik (heute IZHEVSK MOTORCYCLE JSC) von 1946 bis heute (2009)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit wurden \u00fcber 11 Millionen Motorr\u00e4der der verschiedenen Modellreihen produziert.<\/p>\n<p>1946 wurden die Fabrikationsanlagen im Rahmen der Reparationszahlungen aus Deutschland nach Izhevsk geholt und es begann die Entwicklung\u00a0 des neuen Modells IZH 350. Die Produktion von Strassenmaschinen in unterschiedlichen Ausf\u00fchrungen und mit sportlichen Modifikationen war eine typische Eigenschaft der Motorradindustrie in der Zeit von 1949 bis 1960. Im Jahre 1948 wurde das Modell IZH-350-C mit Teleskopgabel und einer erh\u00f6hten Leistung von 14 PS vorgestellt. Die Fertigung der verbesserten und weiterentwickelten IZH-50 als Sportmodell begann 1950.<\/p>\n<p>Das wesentlich weiterentwickelte und verbesserte Modell IZH-49 entstand 1951 unter der Mitwirkung von Designern. Telekopgabel vorn, Geradwegfederung hinten sowie weitere Verbesserungen der Fahrsicherheit brachten dem Hersteller hohe internationale Anerkennung ein. Die IZH-49 war auch das erste Modell des Izhevsker Motorradwerkes, das mit Seitenwagen betrieben werden konnte, wobei der Seitenwagen von der Firma Viatskie Poliany zum Einsatz kam. Die Weiterentwicklung von Motorrad-Gespannen wurde sp\u00e4ter ausgelagert.<\/p>\n<p>Die Produktion einer neuen Reihe sportlicher Motorr\u00e4der mit geschweisstem Rohrrahmen und Hinterradschwinge mit hydraulischen Stossd\u00e4mpfern begann 1955. Die IZH-54 hatte eine Motorleistung von 18 PS und die IZH-55 als Tourenmodell 16 PS. 1956 erschien die neue IZH-56, deren Weiterentwicklung sp\u00e4ter ausgelagert wurde. Besondere Eigenschaften der IZH-56 waren der neue Rohrrahmen, S\u00e4ttel mit Schutzbez\u00fcgen und die Abdeckung von Vergaser und Luftfilter. Die R\u00e4der waren jetzt untereinander austauschbar und die Leistung wurde auf 13 PS reduziert. Das Modell wurde schnell sehr beliebt: Insgesamt wurden 680.000 St\u00fcck produziert, 130.000 davon wurden mit Seitenwagen ausgeliefert. Auch der Seitenwagen wurde stark modernisiert.<\/p>\n<p>Weiterhin entstanden Modelle wie die Saturn, Orion und Sirius. Die Saturn mit einer Motorleistung von 25 PS war besonders originell. Es war ein Motorrad ohne Rahmen. Benzintank, Lenkstange und Instrumentenr\u00e4ger bildeten eine Einheit.<\/p>\n<p>Sportmodelle wie die IZH-350C, IZH-50, IZH-50A und IZH-50B entstanden immer auf der Basis der Standardmodelle IZH-350 und IZH-49.<\/p>\n<p>Modifikationen der Typen IZH-54 und IZH-54A entstanden in den Jahren 1954 und 1955. Die Leistung betrug nun 20 PS. Im gleichen Zeitraum entstanden auch die IZH-55M und die IZH-55K, die sp\u00e4ter durch die Modelle IZH-57M und IZH-57K abgel\u00f6st wurden.<\/p>\n<p>Die Vorbereitungen f\u00fcr die Produktion der IZH Jupiter begannen in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 1958. Erstmalig gezeigt wurde das Modell auf der Weltausstellung 1957 in Br\u00fcssel. Die Leistung war auf 18-19 PS angestiegen und der Motor hatte als Besonderheit die beiden getrennten Zylinder. Das Getriebe war stark verbessert und leichter bedienbar. Die Produktion des Motors erfolgte in der Izhevsker Mechanischen Fabrik. 1961 begann die Serienproduktion der Jupiter.<\/p>\n<p>Die Serienproduktion des Motorrades IZH Planeta, die auf der IZH-56 basierte, begann 1962. Die Garantiezeit wurde auf 2000 km verl\u00e4ngert und dank der verbesserten Luftfilterung stiegen die Lebensdauer und die Wartungsabst\u00e4nde f\u00fcr Zylinder und Kolben nochmals um die H\u00e4lfte an.<\/p>\n<p>Die Produktion der IZH Planeta 2 und der Jupiter 2 startete 1966 bzw. 1970.<\/p>\n<p>Die Periode von 1971 bis 1975 stand ganz im Zeichen der Produktion der IZH Strassenmaschinen Planeta 3, Jupiter 3, Jupiter 3K und Planeta Sport. Zuverl\u00e4ssigkeit und Bequemlichkeit waren in diesen Modellreihen vortrefflich kombiniert. Die jahrelange Erfahrung in Konstruktion und sorgf\u00e4ltiger Ausf\u00fchrung, moderne Fabrikationsanlagen sowie neue und verbesserte Materialien haben die Entwicklungszeiten deutlich verk\u00fcrzt, die Produktionszahlen erh\u00f6ht und Wertsch\u00f6pfung insgesamt verbessert.<\/p>\n<p>Die IZH Planeta Sport war eine v\u00f6llig neue Konstruktion, die stark von den deutschen DKW-Urspr\u00fcngen abwich. Japanische Elektronik und der Motor mit einem japanischen Vergaser erlaubten die hohe Leistung von 32 PS. Die Getrenntschmierung mit \u00d6lpumpe sorgte f\u00fcr Komfort und bessere \u00d6lversorgung.<\/p>\n<p>Der Bau neuer, moderner Fertigungsanlagen der Izhevsker Motorrad Industrie wurde Anfang der 80er Jahre abgeschlossen. Die neuen Anlagen waren hoch-automatisiert und mit Flurf\u00f6derern und automatischen Fertigungsstrassen ausgestattet, um den Ausstoss von 450.000 Motorr\u00e4dern pro Jahr zu erm\u00f6glichen. In diesem neuen Fertigungskomplex begann 1981 der Bau der IZH Jupiter 4 und 1982 die Fertigung der Planeta 4 mit 12 Volt Anlage.<\/p>\n<p>Die Herstellung der IZH Jupiter 5 mit einem neuen Motor begann 1985, wobei die Leistung von 28 auf 24 PS reduziert wurde. EIne neue Schalterstellung &#8222;Parklicht&#8220; wurde mit dem Modell Planeta 5 im Jahre 1987 eingef\u00fchrt. Dieses Motorrad erhielt einen \u00fcberarbeiteten Motor mit 22 PS Leistung und ein modernes Aussehen durch den Benzintank, die Lampe und die Anzeigeinstrumente. Kurz darauf erhielt die IZH Jupiter das gleiche ansprechende Design. In den gleichen Zeitraum fiel der Bau einiger Prototypen mit der Antriebseinheit der Yamaha XT 550. Dies waren die Modelle Orion, Marathon und Sprinter. Wenn man alle Details dieser Motorr\u00e4der betrachtet, so muss man sagen, dass es sich f\u00fcr die damalige Zeit um sehr moderne Konstruktionen handelte.<\/p>\n<p>Die Lastendreir\u00e4der IZH 9.204 und IZH 9.604GR wurden zwischen 1992 und 1996 entwickelt. Die Konstruktion war so ausgelegt, dass jede Planeta oder Jupiter auf diese Weise umger\u00fcstet werden konnte. Mit so einem Lastenmodul anstelle des Hinterrades und der Hinterradschwinge konnte so ein Dreirad mit symmetrischer Hinterhand entstehen. Achsantrieb, Differentialsperre und R\u00fcckw\u00e4rtsgang erweiterten den m\u00f6glichen Einsatzbereich des Motorrades erheblich, es wurde zum Transport- und Nutzfahrzeug.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong> Die unterschiedlichen Ausf\u00fchrungen der Planeta 5<\/strong><\/p>\n<p>Hersteller-intern heisst die Planeta 5 anders, n\u00e4mlich IZH 7.107. Im Laufe der Zeit entstanden unterschiedliche Ausf\u00fcrungen der Planeta 5, die sich haupts\u00e4chlich bei der Lichtmaschine, der \u00d6lversorgung, der Telegabel, den Bremsen und den R\u00e4dern unterscheiden. Der Typ IZH 7.107 entspricht der Verkaufsbezeichnung Planeta 5, w\u00e4hrend es sich beim Typ IZH 7.107-01 um die Planeta 5-01 handelt. Ein wenig ungew\u00f6hnlich sind diese wenig eing\u00e4ngigen Bezeichnungen vielleicht, aber wenn man das System einmal verstanden hat, ist es auch wiederum einfach.<br \/>\nProblematisch d\u00fcrfte sein, dass viele Planeta von ihren Besitzern umgebaut und mit Teilen anderer Bauhreihen ver\u00e4ndert wurden. Aus diesem Grunde sind vermutlich s\u00e4mtliche Mischformen der nachfolgenden Tabelle auf den Strassen des russischen Reiches unterwegs.<\/p>\n<table style=\"width: 100px; text-align: left; margin-left: auto; margin-right: auto;\" border=\"1\" cellspacing=\"2\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Typenbezeichnung<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Schmiersystem<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; text-align: center; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Getriebe<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; text-align: center; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Fahrwerk<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top; font-weight: bold; background-color: #e0c5cb;\">Lichtmaschine<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH 7.107-0000010<\/td>\n<td valign=\"top\">Gemischschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">4-Gang<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\u00d6lged\u00e4mpfte Telegabel, Speichenr\u00e4der, Duplexbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Schleifringen, Kontaktz\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH 7.107-0000015<\/td>\n<td valign=\"top\">Gemischschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">4-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">Telegabel mit Luftunterst\u00fctzung, Gu\u00dfr\u00e4der, Scheibenbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Schleifringen, Kontaktz\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH 7.107-0000016<\/td>\n<td valign=\"top\">Gemischschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">4-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">Telegabel mit Luftunterst\u00fctzung, Speichenr\u00e4der, Scheibenbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Schleifringen, Kontaktz\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH-7.107-0000010-01<\/td>\n<td valign=\"top\">Getrenntschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">5-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">Telegabel mit Luftunterst\u00fctzung, Speichenr\u00e4der, Scheibenbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Dauermagnet, elektronische Z\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH-7.107-0000015-01<\/td>\n<td valign=\"top\">Getrenntschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">5-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">Telegabel mit Luftunterst\u00fctzung, Gu\u00dfr\u00e4der, Scheibenbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Dauermagnet, elektronische Z\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH-7.107-0000020-01<\/td>\n<td valign=\"top\">Getrenntschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">4-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">Telegabel mit Luftunterst\u00fctzung, Speichenr\u00e4der, Scheibenbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Dauermagnet, elektronische Z\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH-7.107-0000025-01<\/td>\n<td valign=\"top\">Getrenntschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">4-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">Telegabel mit Luftunterst\u00fctzung, Gu\u00dfr\u00e4der, Scheibenbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Dauermagnet, elektronische Z\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH-7.107-0000030-01<\/td>\n<td valign=\"top\">Getrenntschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">4-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">\u00d6lged\u00e4mpfte Telegabel, Speichenr\u00e4der, Duplexbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Dauermagnet, elektronische Z\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">IZH-7.107-0000040-01<\/td>\n<td valign=\"top\">Gemischschmierung<\/td>\n<td valign=\"top\">4-Gang<\/td>\n<td valign=\"top\">\u00d6lged\u00e4mpfte Telegabel, Speichenr\u00e4der, Duplexbremse<\/td>\n<td valign=\"top\">Wechselstromlichtmaschine mit Dauermagnet, elektronische Z\u00fcndung<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wichtige Hinweise f\u00fcr die Reparatur des Getriebes gibt Schraubaer42 alias J\u00fcrgen Dippel: Tipp zur Demontage\/Montage des Getriebes: So einfach das R\u00e4derwerk auch gestaltet ist: Es gibt zwei Punkte die es in sich haben. Zum einen sollte die Endabtriebswelle bei der &hellip; <a href=\"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/?page_id=799\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":791,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/799"}],"collection":[{"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=799"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":809,"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/799\/revisions\/809"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/791"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/berni.fmode.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}