Das Vogelsberger Gespanntreffen 2010 und eine Ausfahrt mit Freunden

Puh, fast 6 Wochen ohne eine Planetafahrt – das ist nicht gut und so soll es eigentlich auch nicht sein. Allerdings macht es mit mittlerweile sechs angemeldeten Motorrädern auch richtig Probleme, eine halbwegs gleichmässige und „gerechte“ Verteilung hinziubekommen. An diesem Wochenende gibt es jedoch einen guten Anlass und fast schon die Pflicht, die Planeta einzusetzen: Das Vogelsberger Gespanntreffen und eine Ausfahrt mit Freunden.

Nachdem ich in den vergangenen Jahren immer nur als Tagesgast zum Vogelsberger Gespanntreffen in Windhausen gefahren bin, hatte ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen, das Wochenende komplett dort zu verbringen. Aber es hat wieder nicht geklappt: Zu wenig Zeit und andere widrige Umstände haben es erneut verhindert. Nachbar Egon dagegen hat dort mit gewaltiger Logistik ein Zentrum für alte und neue Bekannte und Freunde errichtet. Das zumindest will ich mir am Samstag ansehen und habe gegen 10:00 bereits die Planeta aktiviert, um dem Treffen meinen Aufwartung zu machen. Vorher habe ich noch ein wenig an der Enfield geschraubt. Aber dann kommt Egon mit einer kleinen Gruppe vom Treffen hierher, weil er eine gemeinsame Ausfahrt mit Mittagessen in der Knülljause geplant hat. Da kann ich mich doch gleich anschliessen – sofern die Gespanntruppe einen Solorussen akzeptiert. Tut sie aber.

Die kleine Gruppe mit Egon, Holger, Richard, Rührei und mir kann aber nicht direkt ins Knüllgebirge starten, weil Richard den Tankdeckelschlüssel seines TS-Gespanns im Zelt vergessen hat. Also erstmal schnell nach Windhausen zum Treffen. Passt mir gut, denn während Richard sucht, kann ich mich schnell auf dem Platz umschauen. Rührei mit dem Freewind-Gespann wartet derweil ungeduldig auf die Weiterfahrt.

Richard verschwindet in seinem Zelt - einem gewaltigen Gebilde von der Grösse eines ostdeutschen Plattenbaus. Solange er den Tankschlüssel sucht, kann ich mich auf dem Platz umsehen, aber viel Zeit bleibt dafür nicht.

Die Russen- und MZ-Gespanne des Grünberger AMC. Die Fahrer sind nicht zu sehen und befinden sich wahrscheinlich zum Frühstück beim Logistikzentrum des Treffens. Werde die Truppe aber sicher später noch treffen.

Motorräder nach meinem Geschmack: Falcones! Die beiden Moto Guzzi sind gestern von Mainz hierher gekommen und haben für die rund 150 km über 8 Stunden benötigt. Ständige kleine Pannen haben unzählige Aufenthalte notwendig gemacht. Eigentlich untypisch für die robusten 500er.

Das Treffen ist mittelmässig besucht, aber die Ausrichterin hatte auch nie die Absicht, etwas Gigantisches daraus zu machen.

Inzwischen hat Richard den Tankdeckelschlüssel gefunden und betankt das MZ-Gespann. Die 10 Liter passen so gerade in den Tank - genau genommen sind es aber ca. 0,2 Liter zu viel. Jedenfalls hab ich noch nie einen volleren MZ-Tank gesehen.

Auch Egon ist jetzt vom Tanken eingetroffen. Bis zum Knüll sind es nicht einmal 100 km, aber die schafft er mit seinem Yamaha-Gespann so gerade mit einer Tankfüllung. Und zurück muss natürlich erneut getankt werden. Wir starten jetzt in Richtung Knüll und ich als Scout nehme eine Route über die kleinstmöglichen Strassen: Quer rüber durch den Kirtorfer Wald, durchs Antrifttal in den Altkreis Alsfeld, weiter nach Schrecksbach und quasi von hinten via Neukirchen zum Knüllköpfchen.

Nach ca. 75 km kommen wir an der Knülljause auf dem Knüllköpfchen an. Die Route war so gewählt, dass selbst das lahme Planeta-Tempo als passend erachtet wurde. Ob allerdings Holger mit dem 90 PS-XJ-Gespann dabei glücklich gewesen ist - also da bin ich mir nicht ganz sicher.

Das ist die Knülljause, eine nette kleine Gaststätte, wo Du einfache Gerichte zum ganz kleinen Preis bekommst. Und es ist immer amüsant hier.

Dafür sorgt schon der Betreiber und Wirt, der immer für einen coolen Spruch gut ist. Weisse Kellnerbekleidung, Kochmütze und Latexhandschuhe sorgen für Nobelherbergsatmosphäre.

Nach Schnitzel oder Wurst gönnt der eine oder andere Mitfahrer sich noch ein leckeres Stück Kuchen. Als alle satt und als sämtliche Probleme unserer Republik gelöst sind, machen wir uns wieder auf den Rückweg - diesmal aber nehmen wir (fast) den direkten Weg über Bundesstrassen.

Zurück in Windhausen beim Vogelsberger Gespanntreffen. Aha, jetzt treffe ich auch die Grünberger AMC-Truppe, die gerade unter der Führung von Karl-Otto ein Schauschrauben am Russen veranstaltet. Diesmal wird gezeigt, wie ein Radlager korrekt eingestellt wird.

Das ist Egons "Gemeinschafts-Aufenthaltszentrum" und hier hat sich mittlerweile Reinhard eingefunden, der nach Jahrzehnten der Motorradabstinenz wieder eingestiegen ist .....

..... und zwar mit der schicken Honda XL250S. Die Maschine hat er technisch und optisch wieder hergerichtet und durch den TÜV gebracht. Den kleinen schwarzen Werkzeugkasten mit Deckel hat er selbst aus dem Vollen gedengelt - looks british.

Ein extrem gelungener und äusserst sauberer Umbau ist die "Yakusch" aus Fulda: Der Kubota-Diesel passt, als hätte er nie woanders gesessen und säuselt wie ein Kätzchen. So gefällt selbst mir ein Dieselumbau.

OK ......... !

Auch ein paar Emmen haben sich eingefunden - also ich meine hier natürlich fremde Emmen.

Es ist gerade mal 17:00 und schon lodert hier ein Lagerfeuer - und schafft behagliche Wärme. Es ist nämlich überhaupt nicht warm, eigentlich richtig frisch. Haben wir schon auf der Knülltour bemerkt - aber da ist es ja immer kalt.

Das ist Erika, die Begründerin, Organisatorin und Mutter des Treffens - rank und schlank und allerbester Laune. Und ganz nebenbei Eignerin des IZH-Märchengartens, aus dem sie mir nach jahrelangen Verhandlungen in diesem Jahr endlich die Jupitergespanne verkauft hat.

Auch einige echte Boliden haben den Weg nach Windhausen gefunden - wobei mir diese 1300er Kawasaki mittlerweile richtig gut gefällt. Für die Goldwings dahinter gilt das nur bedingt.

Eine weitere MZ ist eingetroffen - aber halt, diese Maschine kenne ich doch .....

..... und natürlich auch den Fahrer: Es ist Jürgen bei seiner Lieblingsbeschäftigung - dem Schreiben von SMS. Wir beide haben mir unseren Rotax-MZ erst letzten Monat 12 Tage Motorradurlaub in der Steiermark gemacht.

Reinhard kickt seine Honda an und verlässt das Treffen. Ich schliesse mich an, denn irgendwas stimmt mit meinem Knie nicht. Hatte schon auf der Rückfahrt vom Knüll ziemliche Schmerzen und jetzt scheints dick geschwollen zu sein. Da hatte mich nämlich heute morgen bei der Enfield-Schrauberei der Kickstarter einmal bös getreten und da hat sich was entwickelt. Also gehts (leider) schon nach Hause. Und da zeigt sich das Ausmass des Dramas erst richtig .....

Dieses und die folgenden Bilder sind von Holger aus Armsheim, und ich darf sie freundlicherweise benutzen. Hier sehen wir den stark inhomogenen Fuhrpark der Gruppe, die in den Knüll gefahren ist: MZ TS250/1-Gespann, Yamaha Diversion 900 Gespann, Yamaha XV 750 Gespann, IZH Planeta 5 solo und ein Suzuki Freewind Gespann.

Drei Mücker Rotaxtreiber auf einem Bild. Jürgen und ich lassen gerade unseren gemeinsamen Steiermark-Urlaub mit den Rotaxen Revue passieren und wir denken bereits über eine ähnliche Reise fürs nächste Jahr nach.

 

 

 

 

 

 

Sonntag Morgen in Windhausen: Holgers Zelt ist quasi abgebaut und Richard beginnt mit dem Abbau seiner Platte.

Um Egons gewaltige Gemeinschaftsunterkunft wieder abzubauen, sind eine konzertierte Aktion und ein spezielles Fahrzeug notwendig.

Unbeeindruckt vom Abbau-Gewusel rundherum vermittelt die Grünberger Truppe ein Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit. Aber diese Truppe habe ich auf einem Treffen noch nie hektisch erlebt - und das ist gut so.