Fühlt sich an wie Winter

Es scheint soweit zu sein: Im Vogelsberg kehrt der Winter ein. Morgens und abends ist es schon richtig kalt und tagsüber erreichen die Temperaturen auch bei Sonne nur noch einstellige Werte. Heute, am Reformationstag, ist es besonders kalt – aber auch besonders schön, dazu trocken und ein wenig sonnig. Schon am frühen Morgen steht mein Entschluss, heute die schwarze Enfield durch die kalte Landschaft zu treiben.

Leihhund Yello

Der Spaziergang am frühen Morgen mit Yello bestärkt mich in meiner Absicht: Heute wird kradiert. In einem früheren Leben bin ich sogar sehr gern im Winter gefahren, egal wie kalt es war. Nur trocken musste es sein. Warum soll das heute nicht mehr funktionieren? Nur weil ich ein paar Jährchen älter geworden bin? Ha!!!

Nieder-Ohmen

Gegen 9:00 früh kommt gar ein bisschen Sonne durch – ein schöner Herbsttag.

Shelties

Am Fuße des Kratzberges treffen wir auf 3 Shelties, was exakt 75% des Nieder-Ohmener Sheltie-Bestandes entspricht. Die vier Hunde kennen und mögen sich alle und so gibt es hier genug Bewegung für den ganzen Tag.

Nieder-Ohmen

Unser Heimweg führt durch den Nieder-Ohmener Kleintierbestand, und so besuchen wir exotische Ziegen, …..

Nieder-Ohmen

….. Bunte Bentheimer Schweine, die angesichts der Kälte ihren Unterstand heute nicht freiwillig verlassen, …..

Nieder-Ohmen

….. kleinste Pferdchen in Ställen und Freigehegen sowie …….

Nieder-Ohmen

….. allerlei Geflügel.

Direkt nach dem Mittagessen geht es dann in die Scheune, wo ich mit einem einzigen Kick die E-Starter Bullet zum Leben erwecke. Brave indische Lady.

Dann schlüpfe ich in Funktionsunterwäsche und in meine zweitwärmste Textiljacke, was keine schlechte Wahl ist, wie sich alsbald heraus stellt.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Da es wirklich recht kalt ist, fahre ich durchs Horlofftal auf Hungen und damit die Wetterau zu. Hier erhoffe ich mir etwas moderatere Temperaturen. Bisher allerdings ist es mir keineswegs kalt – dank der zweitwärmsten Jacke. Die Enfield läuft wunderbar und ich genieße jeden Kilometer.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Auf der Kopfsteinpflasterstrasse zwischen Bellersheim und Obbornhofen. Dabei fällt mir auf, dass der Himmel in meiner Richtung noch grauer und dunkler ist als hier im Vogelsberg. Deshalb schwenke ich ein wenig um, und zwar in Richtung …..

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

….. Münzenberg. Nach einem Blick auf Burg Münzenberg, auch das Tintenfass genannt, ziehe ich weiter nach Rockenberg – immer dem etwas helleren Himmel nach.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

In Rockenberg fahre ich kurz auf den Hof des ehemaligen Zisterzienserklosters, der heute als Parkplatz für die JVA genutzt wird. Das schönste an diesem Ort aber ist …..

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

….. die wunderbare Weide mitten im Hof, heute sogar frisch frisiert.

Die folgende halbe Stunde irre ich ein wenig in und um Bad Nauheim und seine Vororte herum. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, denn die Gegend ist unspektakulär nett. Allerdings wird es jetzt doch ganz langsam kalt, richtig kalt, so dass ich über Reichelsheim und Echzell den Rückweg antrete.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Nach frischen 100 Kilometern bin ich wieder im schönen Tal der Horloff, wo ich vermutlich zum letzten mal in diesem Herbst versuche, den Indian Summer aufs Foto zu bekommen. Aber wie so oft sieht ein Waldstück von weitem schön herbstlich bunt aus, erweist sich aber beim Näherkommen als karg und beinahe schon blattlos – ein bekanntes Phänomen des sogenannten Schein-Indian-Summers.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Bleibt mir also nur ein Foto aus etwas mehr Distanz, da wirkts noch indianisch.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Am Ufer der Horloff nahe Gonterskirchen schliesst sich dann der heutige kalte Kreis.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Obwohl ich auf den letzten 40 Kilometern doch etwas gefröstelt habe, war das eine schöne Fahrt heute – und hoffentlich nicht die letzte in diesem Jahr. Und gegen die Kälte habe ich ja noch meine allerwärmste Motorradjacke in petto: Den wunderbaren ThermoBoy.

Treffen 2018

Drei Treffen will ich mir im nächsten Jahr, also 2018, auf keinen Fall entgehen lassen. Das sind:

  1. Das Jahrestreffen des Enfield Forums in Breitungen. Dazu ist bereits ein Zimmer in Skaras Landhotel für die Zeit vom 22. – 24.6.2018 gebucht.
  2. Das 8. Treffen in der Mitte. Hier hoffe ich, wieder auf die Schreinerei des Herrn von Brentano als Schlafgemach zurück greifen zu können. Das Treffen findet vom 20. – 22.7.2018 statt.
  3. Das Treffen des XBR und GB500 Forums, dass vom 6. – 8.7.2018 am Campingplatz Roßmühle in 97782 Gräfendorf-Weickersgrüben stattfindet. Auch hierfür ist bereits ein Zimmer in der Rossmühle gebucht.

Was sich sonst noch an Treffen, Urlaug oder mehrtägigen Fahrten ergibt – man wird sehen.

Der Traum unserer Jugend

……. kommt heute in Gestalt von Jürgen und seiner „neuen“ alten 1970er Honda CB450 vorbei. Und ich muss sagen, diese Honda hat nichts von ihrer damaligen Faszination verloren. Immer noch ein Traum – und Jürgen hat ihn sich erfüllt.

1970er Honda CB450

Quasi blind aus Hamburg gekauft, dann ungezählte Stunden aufpoliert und geplockert – und jetzt ist die Honda in etwa so, wie Jürgen sich das vorgestellt hat. Ein Traum in rot, Alu und Chrom, dazu schön wie eh und jeh.

1970er Honda CB450

Eine Diva aus jedem Blickwinkel.

1970er Honda CB450

In meinem Wohnort in den 70er Jahren gab es zu besten Zeiten vier Stück dieser Honda. Wenn die am Motorradtreff bei Strohmann standen, kam ich mir mit meiner alten DKW vor wie ein Unberührbarer in Indien.

1970er Honda CB450

Die optisch besonders schöne Duplexbremse, auch heute noch durchaus brauchbar.

1970er Honda CB450

Mit diesem Motor hat Honda den Niedergang der britischen Motorradindustrie eingeläutet: Schnell, stark, zuverlässig.

Um diese Honda muss man Jürgen einfach beneiden. Das könnte ein paar schöne Touren mit CB450 und XBR geben.

Eine kleine Reserve

….. ist eigentlich immer gut. Speziell bei Motorrädern und ganz besonders bei meinen Enfields. Beim Rückkauf meiner Enfield No.1 gab es ja auch den Reservemotor zurück, den ich seinerzeit mit abgegeben hatte. Marcus hatte aber diesen Reservemotor eingebaut und so war der aktuelle Reservemotor der ursprüngliche Motor. Nur: Zum direkten Einbauen im Notfall ist dieser Motor nicht geeignet. Aber dazu möchte ich ihn mittelfristig wieder machen, und an einem derart miesen Herbsttag wie heute hab ich nichts besseres zu tun, als mir alles mal zu betrachten und ein bisschen weiter zu zerpflücken.

Motor Enfield

Der Steuerdeckel hatte ich bereits vor längerer Zeit an einem Schlechtwettertag abgenommen. Jetzt entnehme ich die Steuerräder und schaue mir an, bei welchen Arbeitsschritten ich Spezialwerkzeug benötige. Zum Abnehmen der nur locker sitzenden Räder brauch ich natürlich nix.

Motor Enfield

Das Lösen der Lichtmaschinenseitigen Kurbelwellenmutter gelingt nur mit dem Schlagschrauber.

Motor Enfield

Zum Glück liegt dafür ein wunderbares englischen Werkzeug von Reinhard bereit.

Motor Enfield

Das Zerlegen des Ölpumpengehäuses bereitet keine Schwierigkeiten. Die Laufflächen zeigen aber etliche dicke Riefen, da werde ich wohl läppen müssen.

Motor Enfield

Zum Entfernen der Antriebsschnecke der Ölpumpe wird ein Spezialwerkzeug gebraucht, dass zum Glück vorhanden ist.

Motor Enfield

Die Wellen der Nocken und die Stößel sehen prima aus, die können wohl drin bleiben. Das Antriebsrad der Ölpumpenschnecke aber muss raus, und dazu fehlt mir das geeignete Spezialwerkzeug. Das werde ich mir beschaffen, aber für heute ist dadurch Schluß.

Das Ende naht

….. jedenfalls das Ende des herrlichen Goldenen Oktobers. Das sagen nicht nur die Wetterprognosen, das sagen auch die großen Mengen von Herbstlaub auf den Strassen. Jedenfalls soll es am Wochenende deutlich kälter werden und die Sonne wird sich rar machen. Also nutze ich die schönen Tage und ziehe um 14:00 die Honda aus der Scheune. Zumindest noch einmal richtig warm fahren will ich die XBR, und das bedeutet, mindestens 50 Kilometer zurück zu legen.

1987er Honda XBR 500

Nach mehreren vergeblichen Versuchen, die sportliche Sitzbankabdeckung glänzend schwarz zu lackieren, hab ich es vorgestern dann doch endlich hin bekommen. Verstehe selbst nicht, was am Sprühdosen-Lackieren so schwierig ist: Hab damit doch schon ganze Motorräder lackiert, was gar nicht so übel aussah. Aber diesmal wollte es einfach nicht klappen – bis jetzt. Nun strahlt die Abdeckung in glänzendem Schwarz und gibt meiner alten Honda einen äußerst sportlichen Touch.

1987er Honda XBR 500

Und dann gehts los! Vorbei an drei Motorradtreffpunkten, ohne anzuhalten. Die XBR läuft famos und wie ihr seht, ist das Wetter heute noch einwandfrei. Nach Falltorhaus, Hoherodskopf und Oldtimer Cafe steuere ich die Honda über das Horlofftal in Richtung Wetterau.

1987er Honda XBR 500

Hier ist aber auch schon zu sehen, dass die bunten Blätter an den Bäumen dünn werden.

1987er Honda XBR 500

Weiter dann durch das Schäfer- und Seenland Hungen.

1987er Honda XBR 500

Bei Wölfersheim wird mir die Wetterau dann aber zu flach und ich schwenke großräumig zurück in den Vogelsberg.

1987er Honda XBR 500

Beim Volvo- und Daihatsuhändler schaue ich auch heute, ob ein Materia angeboten wird: Natürlich ist keiner im Angebot.

1987er Honda XBR 500

Noch ein paar Runden durch den Laubacher Wald und dann gehts über Freienseen und Altenhain heimwärts. Zum warm fahren hats heute gereicht, und aus den geplanten 50 Kilometern sind ziemlich genau 100 geworden. Hat wieder so richtig Spaß gemacht mit der Honda. Mittlerweile gefällt mir der RFVC-Motor noch besser als die Rotx 504 aus meinen alten Silverstars und der Matchless G80. Da hat Honda 1985 einen richtig guten Single konstruiert.