Konspirative Übergabe

Ein Paket soll von Deutschland nach Österreich. Es enthält eine elektronische Vape-Zündung, die ein wenig auf die Enfield angepasst ist. Der Besitzer der Zündung, Andreas, der Kahlgryndige, fährt in Kürze zusammen mit seiner Verena nach Albanien. Und da bin noch ich, der in drei Tagen mit zwei Freunden und drei Motorrollern nach Österreich fährt.

Aus dieser Gemengelage entsteht nun folgende Situation: Andreas, Verena und ich treffen uns heute gegen 16:00 am Oldtimer Cafe an der Herrchenhainer Höhe. Dort bekomme ich die Vape-Zündung und eine DVD übergeben. Die Vape nehme ich in drei Tagen mit nach Österreich und werde mich dort mit Andi, dem Empfänger, in Verbindung setzen. Nach meinem Plan treffen wir uns dann in Mariazell, wo die Übergabe statt findet.

Die DVD ist für mich und enthält den Kultfilm „The best Bar of America“ – und denn schaue ich mir gerade an. Aber zurück zum Oldtimer Cafe.

Oldtimer Cafe

Überraschenderweise ist der Parkplatz am Oldtimer Cafe voller alter amerikanischer Motorräder. Und dann ist mir klar, dass heute an diesem Ort das Oldsgeräffel Treffen statt findet. Das passt ja perfekt.

Enfield und Vespa

Andreas und Verena sind bereits vor Ort. Mit diesen beiden Fahrzeugen werden sie in 14 Tagen auf den Balkan fahren. Die Vespa, eine 126er PX, hat jetzt 177 ccm und ganz ordentlich Leistung. Und die Enfield ist von Andreas dermaßen durch repariert worden, dass der Motor perfekt und ohne Nebengeräusche läuft – a Traum, quasi. Die letzte Aktion dabei was der Austausch der Ventilstößel, was den klappertechnischen Durchbruch brachte.

Nachdem ich das Paket für Österreich übernommen habe, quatschen wir noch zwei Stunden über Reisen, Kräder, Gott und die Welt,

Enfield und Vespa

Dann machen sich die beiden wieder auf den Rückweg.

Enfield und Vespa

Machts gut, ihr beiden, und eine gute Reise durch das Land der Skipetaren.

Oldsgeräffel Treffen

Natürlich schaue ich mir jetzt noch ein wenig das amerikanische Alteisen an, dessen Zahl mittlerweile deutlich zugenommen hat.

Oldsgeräffel Treffen

Todschicke Knucklehead.

Oldsgeräffel Treffen

Und der Traum meiner schlaflosen Nächte: Indian Chief. So viele wie hier und heute dieser Chief habe ich übrigens noch nie gesehen.

Oldsgeräffel Treffen

Der Chief Gespann ist sagenhaft.

Oldsgeräffel Treffen

Und nochmal Indian Chief.

Oldsgeräffel Treffen

Und gleich nochmal, diesmal in Gelb.

Oldsgeräffel Treffen

Natürlich lasse ich die vielen schönen Harleys nicht aussen vor.

Oldsgeräffel Treffen

Noch ein Blick auf den Hinterhof und dann ziehe ich mit meiner schwarzen Enfield weiter.

Oldsgeräffel Treffen

Wo ich schon mal im Hohen Vogelsberg bin fahre ich noch kurz auf den Hoherodskopf, um zu sehen, was sich hier motorradmäßig tut. Naja, nicht viel, und den kleinen Abstecher hätte ich mir sparen können: Nix los in Sachen Krafträder.

Etwas besser ist es dann kurz darauf am Falltorhaus, aber auch dort halte ich es heute nicht lange aus. Da drehe ich lieber noch eine 60 km lange abendliche Vogelsbergrunde.

Oldsgeräffel Treffen

Dann habe ich meine kostbare Fracht sicher nach Hause gebracht. Darf nur nicht vergessen, das Paket mit der Vape-Zündung auch ins Gepäck zu tun.

Best Bar of America

Und wie schon erwähnt: Die DVD mit dem Kultfilm schaue ich mir gerade in aller Ruhe an. Quite nice.

Wunderbares Österreich

Der Urlaub in Österreich naht ja nun wirklich mit Riesenschritten. Um uns die Tourenauswahl etwas zu erleichtern, hat unser steirischer Freund Gerhard drei Satz DVD mit dem Titel „Wunderbares Österreich“ geschickt. Natürlich hab ich als Empfänger der DVD sofort hinein geschaut – sehr schön, eben wunderbar. Aber meine beiden Mit-Rollerer müssen ja auch versorgt werden. Hartmut habe ich seinen Satz nach Bad Brückenau geschickt und Jürgen werde ich seinen Satz heute noch in den Briefkasten werfen. Und das verbinde ich mit einer kleinen Tour mit der grauen Enfield, meiner No.1.

Nach Hundespaziergang, einem Behördenbesuch in Gießen und einem Kaffee in Ilsdorf komme ich um 14:00 los – bei idealem Motorradwetter ohne Hitze und mit einer erfrischenden Brise.

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Die 20 Kilometer bis Reiskirchen nehme ich über das magische Dreieck Laubach-Lich-Reiskirchen, und nach Abwurf der DVD ziehe ich noch eine genüßliche Runde durch diese Landschaft.

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Dann quere ich kurz die Gegend um Buseck und Beuern mit Blick auf die große Autobahnbrücke des Gießener Ringes.

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Nun geht es durch die Wälder der Rabenau. Dabei muß ich an eine kleine Runde in dieser Gegend denken, die ich mit einer BSA B31 aus den 50er Jahren hatte. Ein Engländer aus Beuern hat diese schöne Maschine vor etwa 10 Jahren angeboten und ich habe sie mir angeschaut und zur Probe gefahren: Der Besitzer vorneweg, ebenfalls auf einer B31, und ich hinterher. Leider habe ich diese BSA damals nicht gekauft und mich statt dessen für eine W650 entschieden. War vielleicht die falsche Entscheidung.

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Nahe Allertshausen kenne ich diesen schönen Rastplatz auf der Anhöhe, der einen ausgezeichneten Fernblich über die Rabenau, den Vogelsberg und den Ebsdorfergrund bietet.

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Aber lange kann und will ich nicht rasten und ruhen und mache mich auf in Richtung Ebsdorfergrund……..

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

……. mit seine fruchtbaren Wiesen und Äckern – und hier, in der Nähe von Dreihausen, sogar mit dem Geruch frisch gebackener Kekse. Kommt von der nahe gelegenen Drei-Pauli Bäckerei.

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Durch den Wald bei Höingen geht es nun zurück über das Feldatal in den Vogelsberg.

1995er Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Nach 130 Kilometern bin ich dann wieder daheim. Das Motoröl hat moderate 70°C erreicht, die Bullet hat erneut prima durchgehalten und ich habe heute die ersten 1000 Kilometer im zweiten Leben mit meiner No.1 nicht nur erreicht, sondern gleich weit überschritten. Eine schöne Fahrt war das.

Nochmal !

War ja klar, dass ich an den überölten Luftfilter der Vespa noch mal ran muss. Hatte deshalb vorgestern schon einen neuen Filter bestellt, der gestern bereits eingetrudelt ist. Und dieser neue Filter ist schon werkseitig ganz leicht eingeölt. Nun kostet so ein Filter gerade mal 6 € und da frage ich mich, ob die Ölpanscherei diese Ersparnis wert ist. Ich sage nein und werde in Zukunft so alle zwei Jahre einen neuen Schaumstoffeinsatz kaufen und vielleicht. aber nur vielleicht, die alten dann irgendwann auswaschen und sanft mit Öl benetzen.

Egal, heute ab mittags donnert, blitzt und regnet es. Da öffne ich die Werkstatttür ganz weit, hocke mich vor den Roller und genieße beim Austausch des Filters das Unwetter.

Vespa GTS125

Und schon ist der Filter gewechselt und alles ist wieder an seinem Platz. Nur die Probefahrt lasse ich ausfallen – wegen der Unwetter.

Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Jetzt putze ich kontrolliere ich die graue Enfield noch ein wenig, besonders die Alu-Schutzbleche bringe ich zum Glänzen: Funkeleisen.

Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Noch eben die Boyer-Bransden Zündung gecheckt, ein paar Schrauben kontrolliert, nach der Kerze geschaut – und schon neigt sich der Tag wieder seinem Ende zu.

Routenplanung

Heute werden Jürgen und ich noch einmal die Tagesrouten für unsere Rollerfahrten in Österreich durchgehen – nicht konkret bis ins letzte Detail, sondern nur grob. Schließlich möchten wir uns keine Zwänge auferlegen und unsere Fahrten auch ein wenig von der Tagesform, dem Wetter, dem allgemeinen Befinden und unserer Lust und Laune abhängig machen. Zu diesem letzten Planungsgespräch vor der Reise schnappe ich mir gegen 16:00 die graue Enfield und bollere über Laubach, Ettingshausen und Harbach nach Reiskirchen.

Reiseplanung im Garten

Die Planung ist erledigt, die Routen stehen in groben Zügen und der Himmel sagt mir, dass sich die prognostizierte Regenwahrscheinlichkeit von Null Prozent wahrscheinlich nicht halten lässt. Also heisst es Bye Bye Jürgen und Ruby und ab in Richtung Vogelsberg.

Enfield Bullet 500 in Athena-Grey

Es ist jetzt beinahe 19:00, die Sonne hat sich zurück gezogen, ein Wind kommt auf und bei Harbach kommen tatsächlich die ersten Tropfen vom Himmel. Aber ich habe Glück und komme trockenen Fusses bis nach Hause. Erst kurz danach kommt richtiger Regen. Hatte an den rund 60 Kilometern auch durchaus meinen Spaß. Besonders freut mich, dass die graue Bullet bisher nicht einmal gezickt hat oder gar ausgefallen ist. In ihrem ersten Leben bei mir gab es eigentlich auf jeder Ausfahrt mehr oder weniger große Probleme. Dennoch denke ich, dass der Motor seine besten Zeiten hinter sich hat und ich irgendwann eine Generalüberholung ins Auge fassen muss. Aber erstmal wird gefahren.

Besser Sprühöl

Nach dem gestrigen kleinen Flop mit einem massiv ölverkleisterten Luftfilter entschließe ich mich heute zum Kauf von Luftfilteröl in der Spraydose. Schätze, damit wird es einfacher und besser zu dosieren sein, und außerdem ist die Panscherei mit dem Luftfilteröl eine ziemliche Sauerei – auch mit Handschuhen.

Bei sehr schönem Wetter und erträglichen Temperaturen unter 30°C wähle ich mein derzeitiges Lieblingsmotorrad als Transportmittel aus: Die klapperigste, zickigste und unpraktischste Maschine aus meinem Fuhrpark – und gleichzeitig die mit dem höchsten Spaßfaktor. Und das ist meine No 1, die graue Enfield.

Immer noch springt die Graue kalt ordentlich und warm oder heiß perfekt an. Und so geht es gegen 14:00 auf, zunächst in Richtung Schotten.

1995er Bullet 500 in Athena-Gray

Als erstes versuche ich es beim Dirk in Schotten. Leider gibt es hier nicht das gesuchte Produkt, aber dafür prima Gespräche mit Dirk.

1995er Bullet 500 in Athena-Gray

Dann fahre ich über Laubach nach Grünberg zu Zweirad-Schlosser. Und hier bekomme ich Luftfilteröl in der Spraydose von K&N – und das zu einem guten Preis, quasi wie im Internet.

Kreidler Cafe Racer

Und ich entdecke etwas neues von Kreidler: Einen wunderschönen Cafe Racer auf Basis der bekannten Modelle. Gefällt mir ausnehmend gut, auch wenn nur ein 125 ccm Motörchen für den Vortrieb sorgt. Kosten 3299 €, und ich bin sicher: Stünde ich jetzt noch im Berufsleben, ich würde mir das Ding holen.

1995er Bullet 500 in Athena-Gray

Jetzt habe ich also das Geschäftliche erledigt, aber ein paar Kilometer möchte ich schon noch machen. So mache ich mich also über die Schäferstadt Hungen und die Wetterauer Seenplatte ein Stückchen in die Wetterau hinein.

1995er Bullet 500 in Athena-Gray

In einer ordentlich Schleife geht es dann zurück in die Seenplatte, wo ich uns am Wasser eine kleine Pause gönne, um dann über das schöne Tal der Horloff wieder in den Vogelsberg einzutauchen. In Sellnrod gibt es bei Bärbel und Jürgen noch einen Kaffee und Motor-Talk und dann bin ich nach 110 Kilometern wieder daheim. Für einen schnellen Einkauf in Grünberg ist das wirklich nicht viel.