Da macht nix Spaß ……

…… in diesem trüben November des Jahres 2017. Hundespaziergänge, Werkstattarbeiten, Computersitzungen, Bücher lesen – nichts. Das beste wäre ein Winterschlaf bis Mitte März – oder ein Flug nach Madeira.

Leihhund Yello

Immerhin erwischen wir beim morgendlichen Spaziergang eine Regenpause.

Motor Bullet

Ein Päckchen aus England enthält die fehlenden Pass-Stehbolzen für das Gehäuse des Reservemotors.

XBR Federn

Für die Honda XBR liegen die progressiven Wirth-Federn bereit – nur ich bin es noch nicht. Aber die nächsten zwei Tage soll es wärmer werden, da könnte ich mich an die Hondagabel machen.

Das waren auch schon meine Tätigkeiten in der Werkstatt. Zum Glück kam heute eine E-Mail aus Berfa mit einem Bericht über die Royal Enfield Interceptor 700 – der wird jetzt gelesen.

Fühlt sich an wie Winter

Es scheint soweit zu sein: Im Vogelsberg kehrt der Winter ein. Morgens und abends ist es schon richtig kalt und tagsüber erreichen die Temperaturen auch bei Sonne nur noch einstellige Werte. Heute, am Reformationstag, ist es besonders kalt – aber auch besonders schön, dazu trocken und ein wenig sonnig. Schon am frühen Morgen steht mein Entschluss, heute die schwarze Enfield durch die kalte Landschaft zu treiben.

Leihhund Yello

Der Spaziergang am frühen Morgen mit Yello bestärkt mich in meiner Absicht: Heute wird kradiert. In einem früheren Leben bin ich sogar sehr gern im Winter gefahren, egal wie kalt es war. Nur trocken musste es sein. Warum soll das heute nicht mehr funktionieren? Nur weil ich ein paar Jährchen älter geworden bin? Ha!!!

Nieder-Ohmen

Gegen 9:00 früh kommt gar ein bisschen Sonne durch – ein schöner Herbsttag.

Shelties

Am Fuße des Kratzberges treffen wir auf 3 Shelties, was exakt 75% des Nieder-Ohmener Sheltie-Bestandes entspricht. Die vier Hunde kennen und mögen sich alle und so gibt es hier genug Bewegung für den ganzen Tag.

Nieder-Ohmen

Unser Heimweg führt durch den Nieder-Ohmener Kleintierbestand, und so besuchen wir exotische Ziegen, …..

Nieder-Ohmen

….. Bunte Bentheimer Schweine, die angesichts der Kälte ihren Unterstand heute nicht freiwillig verlassen, …..

Nieder-Ohmen

….. kleinste Pferdchen in Ställen und Freigehegen sowie …….

Nieder-Ohmen

….. allerlei Geflügel.

Direkt nach dem Mittagessen geht es dann in die Scheune, wo ich mit einem einzigen Kick die E-Starter Bullet zum Leben erwecke. Brave indische Lady.

Dann schlüpfe ich in Funktionsunterwäsche und in meine zweitwärmste Textiljacke, was keine schlechte Wahl ist, wie sich alsbald heraus stellt.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Da es wirklich recht kalt ist, fahre ich durchs Horlofftal auf Hungen und damit die Wetterau zu. Hier erhoffe ich mir etwas moderatere Temperaturen. Bisher allerdings ist es mir keineswegs kalt – dank der zweitwärmsten Jacke. Die Enfield läuft wunderbar und ich genieße jeden Kilometer.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Auf der Kopfsteinpflasterstrasse zwischen Bellersheim und Obbornhofen. Dabei fällt mir auf, dass der Himmel in meiner Richtung noch grauer und dunkler ist als hier im Vogelsberg. Deshalb schwenke ich ein wenig um, und zwar in Richtung …..

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

….. Münzenberg. Nach einem Blick auf Burg Münzenberg, auch das Tintenfass genannt, ziehe ich weiter nach Rockenberg – immer dem etwas helleren Himmel nach.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

In Rockenberg fahre ich kurz auf den Hof des ehemaligen Zisterzienserklosters, der heute als Parkplatz für die JVA genutzt wird. Das schönste an diesem Ort aber ist …..

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

….. die wunderbare Weide mitten im Hof, heute sogar frisch frisiert.

Die folgende halbe Stunde irre ich ein wenig in und um Bad Nauheim und seine Vororte herum. Das ist aber überhaupt nicht schlimm, denn die Gegend ist unspektakulär nett. Allerdings wird es jetzt doch ganz langsam kalt, richtig kalt, so dass ich über Reichelsheim und Echzell den Rückweg antrete.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Nach frischen 100 Kilometern bin ich wieder im schönen Tal der Horloff, wo ich vermutlich zum letzten mal in diesem Herbst versuche, den Indian Summer aufs Foto zu bekommen. Aber wie so oft sieht ein Waldstück von weitem schön herbstlich bunt aus, erweist sich aber beim Näherkommen als karg und beinahe schon blattlos – ein bekanntes Phänomen des sogenannten Schein-Indian-Summers.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Bleibt mir also nur ein Foto aus etwas mehr Distanz, da wirkts noch indianisch.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Am Ufer der Horloff nahe Gonterskirchen schliesst sich dann der heutige kalte Kreis.

2007er Royal Enfield Bullet 500 ES

Obwohl ich auf den letzten 40 Kilometern doch etwas gefröstelt habe, war das eine schöne Fahrt heute – und hoffentlich nicht die letzte in diesem Jahr. Und gegen die Kälte habe ich ja noch meine allerwärmste Motorradjacke in petto: Den wunderbaren ThermoBoy.

Ein richtiger Arbeitstag

….. ist das heute – und so etwas mir als Rentner. Aber wie es auch im realen Arbeitsleben hin und wieder passiert, ist das heute ein rundum schöner und angenehmer Arbeitstag.

Der Tag beginnt bereits um 7:00, als ich die Honda starte und auf die Zulassungsbehörde nach Laubach fahre. Komme auch sofort dran und nur 15 Minuten später ist die XBR zugelassen. Ein passendes Kennzeichen habe ich noch von Reinhards ehemaliger Triumph Trident gefunden.

1987er Honda XBR 500

Nach erfolgter Zulassung fahre ich einen 50 Kilometer-Umweg durch das Horlofftal und den westlichen Vogelsberg. Macht einen Riesenspaß mit der XBR – und das, obwohl ich den Motor nur bis 5000 1/min laufen lasse. Mehr gibts nicht, bevor nicht frisches Öl im Motor ist.

Die nächste Aufgabe des Arbeitstages ist der Spaziergang mit Yello.

Leihhung Yello

Wir spazieren an der Ohm entlang und staunen über das sonst so ruhige Flüsschen: Breit wie ein Strom und beinahe reissend.

Entlang der Ohm

Braune Wassermassen wälzen sich in Richtung Westen.

Keine langen Pausen, es warten weitere Aufgaben: Jetzt fahre ich in den Polo-Markt nach Grossen-Linden, um Ölfilter, Luftfilter und Kerzen für die Honda zu besorgen. Erstaunlich, dass für dieses alte Motorrad alle Teile am Lager sind.

1987er Honda XBR 500

Zuhause geht es dann los mit dem Ölwechsel. Der ist bei Motoren mit Trockensumpfschmierung ja gern etwas kompliziert, und so ist es auch an der XBR. Es gilt, das alte Öl aus drei Öffnungen heraus zu lassen. 1. An der Ablassschraube des Öltanks, …..

1987er Honda XBR 500

….. 2. aus dem Ölfiltergehäuse und …..

….. 3. aus dem Ölsumpf des Motors. Die schwarze Brühe, die ich ablasse, sieht wirklich nicht mehr aus wie gut schmierendes Öl. Um soviel altes Öl wie möglich zu entfernen, trete ich bei geöffneten Ablassschrauben etliche male den Kickstarter durch. Danach passen exakt 1,7 l frisches 20W-50 in die Maschine.

1987er Honda XBR 500

Wo ich schon mal dran bin, reinige ich den Motor von unten und den Raum um das Kettenritzel. Ist alles sehr stark verdreckt und ich vermute noch öligen Schmutz aus dem Jahre 1987. Hier ist das meiste schon entfernt.

1987er Honda XBR 500

Nun baue ich mir noch einen Träger für das Kennzeichen aus Aluminium, was mich erstaunlich lange aufhält. Ohne Maschinen wie Fräse und Drehbank ist das eben alles Handarbeit.

Mein Arbeitstag geht dann bis ca. 19:00 – ganz schön lang. Und trotzdem bin ich nicht ganz fertig geworden. Es bleiben noch etliche Dinge zu tun:

  1. Neuen Luftfiltereinsatz einbauen.
  2. Neue Kerze montieren.
  3. Züge schmieren.
  4. Alle vier Blinker austauschen. Die Riesenklötze gefallen mir einfach nicht. Hab da schon was im Auge.
  5. Neue Spiegel anbauen. Die werden wahrscheinlich morgen hier ankommen.
  6. Faltenbälge an die Gabel bauen. Hab ich mir heute vom Polo mitgebracht.
  7. Neue Reifen montieren (lassen). Die bestellten Heidenau K65 werden aber wohl erst nächste Woche kommen.
  8. Alle elektrischen Steckverbindungen prüfen und ggfs. mit Kontaktspray behandeln.
  9. Und natürlich immer weiter reonigen und putzen. Speziell bei den Aluteilen geht noch einiges.

Richtung Rhön

Das ist mein leicht unkonkretes Ziel für diesen Sonntag: Richtung Rhön, erneut das Steigertal befahren und mich dann über Neuhof und Kalbach einfach treiben lassen.

Das Wetter ist schon beim allmorgendlichen Hundespaziergang äußerst angenehm. Sowohl die extreme Hitze als auch die Unwetter haben sich erst einmal verzogen und sind einem angenehm lauen Tag mit leichter Bewölkung und Temperaturen um die 23°C gewichen – also ideales Motorradwetter.

Leihhund Yello

Gutes Wetter auch für einen Spaziergang mit Yello – sehr vielversprechend für meine Pläne.

1995er Enfield Bullet 500

Der erste Halt nach rund 50 Kilometern im Steigertal nahe Zahmen.

1995er Enfield Bullet 500

Ein Blick in den Motorradladen von Meister Druschel in Mittelkalbach.

1995er Enfield Bullet 500

Und ein Besuch am schicken Firmengebäude der Firma NSU Motzke in Buchenberg. Seltsam, dass ich im Moment immer öfter an eine NSU denken muss, an eine Supermax.

1995er Enfield Bullet 500

Ein Stück hinter Buchenberg dann der Blick auf die Rhön, die jetzt ganz nahe ist.

 

1995er Enfield Bullet 500

Ich aber fahre jetzt nicht tiefer in die Rhön hinein, sondern über Veitsteinbach in Richtung Schlüchtern, eine wunderbare Motorradstrecke über winzige Nebenstrecken mit fantastischen Kurven.

1995er Enfield Bullet 500

Durch Schlüchtern geht es dann in Richtung Wallroth, wo dann am Horizont wieder der Kaliberg nahe Neuhof zu sehen ist.

1995er Enfield Bullet 500

An genau dieser Feldscheune habe ich vor ca. 12 Jahren mit meiner Silverstar eine Pause eingelegt – so wie heute mit der Enfield, Die Silverstar war auch so ein Rädchen, dass ich eigentlich nie hätte abgeben dürfen.

1995er Enfield Bullet 500

Allmählich nähere ich mich wieder dem Vogelsberg und bin hier bereits in der Nähe von Ulfa.

1995er Enfield Bullet 500

Der Storch auf dem Feld hat die Ruhe weg und selbst das Geboller meiner Inderin kann ihn nicht vertreiben.

1995er Enfield Bullet 500

Die letzte Station dann im Laubacher Wald.

1995er Enfield Bullet 500

Nach ziemlich genau 200 Kilometern bin ich dann am frühen Abend wieder zu Hause. Unterwegs fing das Blinkrelais noch an, zu zicken. Und möglicherweise hat sogar die Batterie ihr nahes Ende angekündigt. Aber da bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Der Nach-Himmelsfahrtmarkt

Es ist mal wieder soweit: In Nieder-Ohmen findet der Nach-Himmelsfahrtmarkt statt. Nichts besonderes, nur ein kleines Märktchen mit immer denselben Ausstellern, meist vom indischen Subkontinent. Trotzdem besuche ich den Markt immer wieder gern – und wenn es nur zum Lakritzkaufen ist.

Um zum Spaziergang mit Yello zu kommen, muss ich heute den Ort von hinten anfahren, alles andere ist gesperrt. Da ist meine kleine Vespa genau das richtige Fahrzeug.

Shelties

Die meisten Hundebesitzer kennen sich natürlich und auch dieser Herr mit seinem Sheltie ist mir wohl bekannt. Nicht bekannt ist mir aber, dass jetzt zwei Shelties zur Familie gehören – einer schöner als der andere. Yello ist von den beiden Schönheiten jedenfalls begeistert.

Yello

Dann ziehen wir ein Stündchen durch Wald und Feld rund um Nieder-Ohmen.

Nach-Himmelfahrtsmarkt

Anschließend wird auf dem Markt gebummelt.

Nach-Himmelfahrtsmarkt

Nagelbürsten könnte ich mal wieder gebrauchen, aber deren Kauf wurde aufgrund einer starken Vorratshaltung untersagt.

Nach-Himmelfahrtsmarkt

Oder schicke T-Shirts zum Motorradfahren – auch verboten.

Nach-Himmelfahrtsmarkt

Richtig schwach werden könnte ich bei einem dieser Rucksäcke.

Bruno

Ein kurzes Hallo bei Hofhund Bruno.

Nach-Himmelfahrtsmarkt

Hier findet eine Verbrüderung mit einem Ausstellerhundchen statt. Kein Wunder, der Kleine ghört einer Wurstbudenbesitzerin. Gibt aber trotzdem nix.

Nach-Himmelfahrtsmarkt

Nun wird Yello abgeliefert und ich kaufe noch schnell eine umfangreiche Mischung Lakritz – wenigstens etwas. Und zu Hause mache ich die Vespa noch ein wenig fit für Österreich.