Bei den Golden Oldies

An diesem Wochenende laufen die 28, Golden Oldies in Wettenberg – und ich werde wieder hin fahren. Habe die Veranstaltung nach Jahren der Nichtbeachtung mittlerweile regelrecht lieb gewonnen. Wo sonst in unmittelbarer Nähe gibt es schon so viele alte Fahrzeuge, kostümierte Menschen, gute Musik und Aussteller von altem „Plunder“ zu sehen.

Irgendwie passen ja alle meine Fahrzeuge in diese Veranstaltung, aber nach meiner Meinung am besten die Vespa. Und die nehme ich dann auch für die Fahrt nach Wettenberg. Um 9:30 starte ich bei prima Wetter in Richtung Gießener Land.

Golden Oldies 2017

Unterwegs zu den Golden Oldies. Obwohl ich ein Freund der Rockabilly-Szene bin, habe ich mich nicht entsprechend gekleidet – geht auch mangels geeigneter Bekleidung gar nicht. Aber ein ganz kleines bisschen hab ich dann doch versucht, ein wenig old-fashioned zu wirken. Ob’s geklappt hat?

Golden Oldies 2017

An dieser Einfallstrasse nach Krofdorf-Gleiberg parke ich jedes Jahr. Die Anwohner leben mittlerweile die Veranstaltung mit. Sie sitzen vor ihren Häusern und Höfen, sind teilweise stilgerecht gekleidet, bieten alten Trödel an oder laden gar zu kühlen Getränken ein – sehr angenehm.

Golden Oldies 2017

So gerate ich bereits beim kurzen Gang ins Zentrum des Geschehens in die richtige Oldie-Stimmung.

Golden Oldies 2017

Und schon laufen die ersten Fahrzeuge ein. Sie sind auf dem Weg zu den Parkplätzen auf der Hauptstrasse, wobei jedes Fahrzeug einen kurzen Stop einlegt und von dem vorzüglichen Moderator kurz vorgestellt wird. Der Opel Kapitän macht heute den Anfang.

Golden Oldies 2017

Der Skoda-Club mit etlichen Fahrzeugen und begeisterten Mitfahrern ist eine echte Attraktion.

Golden Oldies 2017

Ein wunderbarer Jaguar mit leichten Motoraussetzern.

Golden Oldies 2017

Ich kämpfe mich durch die bereits dichten Menschenmassen vor in Richtung …..

Golden Oldies 2017

….. des Pavillons, in dem jedes Fahrzeug vorgestellt wird. Gerade ist die Badewanne von Ford an der Reihe, der 17M.

Golden Oldies 2017

Nicht nur Fahrzeuge machen die Veranstaltung so interessant, sondern die vielen Kleinigkeiten am Rande des Geschehens. So wie dieser braune Bearded Collie, der ein leckeres Eis ganz gepflegt verspeist.

Golden Oldies 2017

Die Badewanne ist durch, jetzt ist der Jaguar an der Reihe.

Golden Oldies 2017

Warten auf den Jaguar, der einfach nicht kommen will.

Golden Oldies 2017

Jetzt wissen wir warum: Der Motor läuft nicht mehr und die kostbare Fuhre muss geschoben werden. Das so etwas natürlich gerade einem Fahrzeug der britischen Nobelmarke passieren muss …….

Golden Oldies 2017

Inzwischen muss ich meine Aufmerksamkeit zwischen tollen Fahrzeugen und noch tolleren Damen teilen.

Golden Oldies 2017

Das ist mal was für mich: Moto Guzzi V7 Spezial Gespann – ein Traum in weiss.

Golden Oldies 2017

Der Renner: Klorollen für die Heckablage mit Beschriftung des Wagentyps oder des Sponsors.

Golden Oldies 2017

Wow, ein unglaublicher Rolly Royce.

Golden Oldies 2017

Anwohnerfahrzeuge: NSU Quick und Dnepr-Gespann.

Golden Oldies 2017

Merceds Benz, Vespa und todschicker Petticoat.

Golden Oldies 2017

Jetzt gibts jede Menge Strassenkreuzer zu sehen, die meisten natürlich aus den USA, wie dieser Cadillac.

Golden Oldies 2017

Und wieder einwandfreie Bekleidung, da gibts nix zu meckern, auch nicht bei den Herren.

Golden Oldies 2017

Musik aus den 50ern bis heute.

Golden Oldies 2017

Der englische Doppelbus der Zeitschrift Oldtimer Markt.

Golden Oldies 2017

Jedes Jahr dabei und immer wieder schön: Die Exponate des Marburger Polizeimuseums.

Golden Oldies 2017

Isetta, BMW V8 und Bulli – alles dabei.

Golden Oldies 2017

Ungewöhnlich beim Buick Riviera sind die Flossen vorn statt hinten. Aber sehr schick.

Golden Oldies 2017

Auch die Russen konnten Strassenkreuzer: Der gewaltige Tschaika, die Staatskarosse der Sowjet Union.

Golden Oldies 2017

Beeindruckend!

Golden Oldies 2017

Ein Traum in Metallic-Grün.

Golden Oldies 2017

Die Viertakt-Fox mit der einseitig gelagerten Kurbelwelle.

Golden Oldies 2017

Herrliches rotes Leder – oder Kunstleder?

Golden Oldies 2017

Wo gibt es heute noch solch ausgeprägte Stilelemente?

Golden Oldies 2017

Amerikanische Strassenkreuzer als Kombis mag ich besonders – hatte ja selbst mal einen: Den Ford Country Squire.

Golden Oldies 2017

Spektakulär: Hier werden live und vor Publikum Vintage-Frisuren gestylt.

Golden Oldies 2017

Womöglich gar für Pudel?

Golden Oldies 2017

Nein, natürlich werden hier Damenfrisuren geschnippelt.

Golden Oldies 2017

Sogar in rosa noch chick.

Golden Oldies 2017

Edler Buick.

Golden Oldies 2017

Die runden Amischlitten, also die Vorläufer der Strassenkreuzer, die haben wirklich was.

Golden Oldies 2017

Ein seltener DeSoto.

Golden Oldies 2017

Länge läuft.

Golden Oldies 2017

Da krieg ich direkt Lust, mit dem V8-Bollern im Ohr durch die Lande zu cruisen.

Golden Oldies 2017

Aber nicht alles muss gross sein: Alte Ape, zur Cafe-Bar umgebaut. Das hat Stil!

Golden Oldies 2017

Zauberhafte Auftritte.

Golden Oldies 2017

Bonnevilles gabs also nicht nur von Triumph, sondern mit vier Rädern auch von Pontiac.

Golden Oldies 2017

Um den Nachwuchs muss man sich bei den Golden Oldies wohl keine Sorgen machen.

Golden Oldies 2017

Und auch eine Thunderbird hatte nicht nur Triumph im Programm.

Golden Oldies 2017

Auf diesen Ständen bekommst Du alles, was Du im Leben nie brauchst – aber trotzdem haben möchtest.

Golden Oldies 2017

Herrlich, diese Pomadedosen. Für mich allerdings völlig unbrauchbar.

Golden Oldies 2017

Kinderwagen im Look eines Strassenkreuzers. Und wenn gerade kein Kind zur Hand ist, müssen die Yorkies ran.

Golden Oldies 2017

Der KTM-Laden vom Schleenbecker liegt ja auf der Hauptpromenade. Und obwohl KTM ja nicht unbedingt Retro-Motorräder baut, war das Geschäft heut geöffnet und das volle Programm wurde gezeigt.

Golden Oldies 2017

Und ja, da ist auch etwas für mich dabei: Die 690er Duke R, eine Fahrmaschine mit 690 ccm, einem Zylinder und 74 PS. Ein wunderbares Krad, habs schon mal Probe gefahren. Leider fehlen mir gerade die 10.000 €.

Golden Oldies 2017

Oha, das tut schon beim Betrachten weh.

Golden Oldies 2017

Es ist nie zu früh …..

Golden Oldies 2017

Diese Band mit der stattlichen Sängerin lieferte einen Super Soul ab – Respekt.

Golden Oldies 2017

Das sportliche Coupe von DKW mit dem Dreizylinder-Zweitakt-Motor.

Golden Oldies 2017

Die Phalanx der Lloyd Familie. Hier fehlt allerdings der graue Alexander von Ruth und Egon.

Golden Oldies 2017

Mit so einem 17M als Kombi würde ich heute noch fahren – wenn ich einen hätte. Sehr schön!

Golden Oldies 2017

Und noch schöner wäre der Opel Olympia als Cabrio. Beinahe überirdisch schön.

Golden Oldies 2017

Sehr schön umgebaute und modernisierte NSU Max.

Golden Oldies 2017

Ford 12M – besungen von Ulrich Rosky in den 79ern mit den Worten: „Mein Buckeltaunus springt wie immer schlecht an – ein gutes, altes Stück, auf das man sich verlassen kann“.

Golden Oldies 2017

Hier wurde farblich nichts dem Zufall überlassen.

Golden Oldies 2017

Die Schönen: Zündapp Bella Roller.

Golden Oldies 2017

Wunderbarer FIAT 770S. Die waren in den 60ern tatsächlich mein Traum: Klein und flott.

Golden Oldies 2017

Und der 770er als Nutzfahrzeug eines Schokoladenhändlers.

Golden Oldies 2017

Eine schöne Reihe von Opel Rekords.

Golden Oldies 2017

Nochmal Live-Musik! Die Herren bringen gerade eine Super-Variante von Gimme Shelter von den Stones. Das hör ich mir bis zum Schluss an, ist richtig gut.

Golden Oldies 2017

Nochmal die einige Zündapp Bellas, in trauter Harmonie mit …….

Golden Oldies 2017

….. etlichen Kreidler Florett der verschiedenen Baujahre. Hier die Viergang-Version mit 4,2 PS.

Golden Oldies 2017

Ich glaube, das war der einzige Goggo-Roller in Wettenberg.

Golden Oldies 2017

Keine Golden Oldies ohne den Vespa-Club Giessen, ist doch klar.

Golden Oldies 2017

Keine BMW Isetta, sondern die wesentlich seltenere Heinkel-Kabine.

Golden Oldies 2017

Goggo als Limousine, als Coupe und ein NSU Prinz.

Golden Oldies 2017

Wunderschön noch heute ist eine Borgward Isabella. Mein Musiklehrer Lange fuhr in den 60ern so einen Schlitten und hatte damit beste Chancen bei allen Damen der Lehrerschaft. Kein Wunder.

Golden Oldies 2017

Und auch mal was richtig altes: Ford Tin Lizzy.

Golden Oldies 2017

Sehr schöner MG Midget.

Golden Oldies 2017

Ein Messerschmidt Kabinenroller aus meiner alten Heimat Recklinghausen.

Golden Oldies 2017

Schicke Damen, …..

Golden Oldies 2017

….. eine noble Imbiss-Bude und …..

Golden Oldies 2017

….. eine Göttin auf dem Freiluftstand von Citroen.

Golden Oldies 2017

Viel schöner kann eine Isetta nicht lackiert sein.

Golden Oldies 2017

Bereits in den 30er Jahren hat MG wunderschöne Sportwagen gebaut.

Golden Oldies 2017

Und speziell für Reinhard ein BMW 700, allerdings als Cabriolet.

Golden Oldies 2017

Recht selten: Die grosse Isetta, ein BMW 600.

Golden Oldies 2017

Jetzt bin ich schon seit über drei Stunden bei brütender Hitze unterwegs und gönne mir ein gewaltiges Eis nur mit heller und dunkler Schokolade. Und dabei schaue ich mir den vorbeifliessenden Menschenstrom an.

Golden Oldies 2017

Nach meinem Gefühl waren die Golden Oldies noch nie so gross und so gut besucht – könnte ein neuer Rekord werden.

Golden Oldies 2017

Ich aber beende meinen Besuch hier, den ich sehr genossen habe, …..

Golden Oldies 2017

….. und mache mich auf den Rückweg zu meiner Vespa.

Golden Oldies 2017

Unterwegs und als abschliessendes Foto der Golden Oldies noch etwas für Gerhard: Ein Teilnehmer-Fahrzeug von den Oldtimerfreunden Steiermark. Zwar ein Porsche und kein Puch, aber dafür auf eigener Achse angereist.

Vespa GTS125

Jetzt tanke ich die Vespa auf und mache mich auf den Rückweg. Dabei komme ich durch für mich recht fremde Ecken des Giessener Landes, so wie hier auf der Strecke zwischen Launsbach und Wismar. Von hier aus hast Du einen schönen Ausblick auf die Burg Gleiberg, …..

Vespa GTS125

….. die Skyline von Wismar, ……….

Vespa GTS125

auf Giessen mit dem Turm der Giessener Brauerei, und …..

Vespa GTS125

….. ein Stückchen schöner Kulturlandschaft.

Vespa GTS125

Gegen 16:00 bin ich dann leicht erschöpft, aber sehr zufrieden wieder zuhause. Ach ja: Einen Schlüsselanhänger für meine Honda XBR habe ich in Wettenberg auch bekommen. Den clipse ich noch eben an den Hondaschlüssel. Und wo ich schon dabei bin, baue ich noch eben die beiden hinteren Blinker ab und montiere wesentlich hübschere und kleine. Die vorderen Blinker mach ich aber erst morgen.

Im Schneebergland

Endlich wieder ein Zweiradurlaub in Österreich – der aber in vielerlei Hinsicht etwas anders sein wird als unsere früheren Besuche. Zum ersten mal werden wir zu dritt unterwegs sein und die Fahrzeuge unserer Wahl sind ausschließlich Motorroller mit 125 ccm. Mit diesen relativ langsamen Fahrzeugen werden wir mehr von Land und Leuten sehen als mit schnellen Motorrädern, und außerdem sind die kleinen Roller einfach positiver besetzt. Ob diese Überlegungen wirklich aufgehen, werden wir sehen.

Unsere kleine Reise wird am 14. Juni spät abends starten. Dann geht es mit PKW und Hänger, beladen mit zwei Motorrollern auf die Raststätte Rhön bei Fulda, wo wir Hartmut treffen, der seinen Roller ebenfalls auf einem Hänger transportiert. Anschließend ziehen wir im Konvoi durch Bayern nach Österreich unserem Ziel entgegen: Puchberg am Schneeberg in Niederösterreich, das wir gegen Mittag des nächsten Tages erreichen wollen.

So zumindest ist der Plan, aber manchmal kommt es anders als man denkt – so auch diesmal. Doch dazu später.

Tag 1:  Aufbruch, Drama und viel Glück

Tag 2: In den Mühlen der Bürokratie

Tag 3: Der Semmering

Tag 4: Auf dem Schneeberg

Tag 5: Durch die Bucklige Welt

Tag 6: Im Ostteil der Buckligen Welt

Tag 7: Der Rohrbachgraben

Tag 8: Das schöne Helenental

Tag 9: Über den Tellerrand geschaut

Tag 10: Viel zu kurz

 

Tja, viel zu kurz, wie eigentlich jeder Urlaub in Österreich. Natürlich haben wir auch diesmal nicht alles gesehen, was wir uns vorgenommen haben: Den Ötscher, einen magischen Berg in den nördlichen Kalkalpen. Die Befahrung des Semmeringpasses auf zwei Rädern hat auch nicht geklappt, ebenso wie die Umfahrung des Neusiedler Sees oder ein Besuch in Wien oder ein Abstecher nach Ungarn. Bleibt also die Hoffnung auf das nächste Jahr – und darauf freue ich mich jetzt schon

Hier sehen wir hier die drei Protagonisten der Show:

Jürgen

Jürgen, unser erfahrener Österreich-Reisender. Er ist unterwegs mit einem soliden Honda Spacy Roller.

Hartmut

Hartmut aus Bad Brückenau, der Neuling unserer Reisegruppe. Sein Fahrzeug ist ein Yamaha X-Max, der modernste Roller des Feldes.

Berni

Und meine Wenigkeit: Berni mit der fast klassischen Vespa GTS.

Und was die Fahrzeuge angeht: Weder mit dem Honda Spacy noch mit der Vespa GTS gab es Probleme. Jürgens Befürchtungen, dass der kleine Spacy im Gebirge zu schwächlich sein könnte, haben sich nicht bestätigt. Trotz deutlich geringerer Leistung war er der Vespa gerade am Berg sogar etwas überlegen. 10 gesunde Honda-PS gegen 15 italienische Cavalli – dieses Spiel hat Honda für sich entschieden.

Abgesehen davon hätten beide Roller etwas schneller sein können: Mit einer 300er Vespa oder Bellavita wäre manche Situation entspannter gewesen. Aber das nur am Rande.

 


Testfahrt auf Luthers Spuren

Als heute der Regen aufhört und ich mit dem Hundespaziergang durch bin, ist jetzt die Testfahrt mit der Vespa fällig. Ihr wisst schon: Hatte das Beschleunigungsloch zwischen 70 und 80 km/h mit dem (von mir selber) zugekleisterten Luftfiltereinsatz zu tun? Wenn ja, dann müsste es ja mit dem neuen Einsatz weg sein. Also auf den Roller und los.

Außerdem warten zwei weitere Ereignisse auf mich: Das ist zum einen die ADAC Oldtimer Ralley des MSC Horlofftal und zum anderen das Hängertreffen am Falltorhaus.

Die Oldtimer Ralley führt in diesem Jahr auf den Wegen Martin Luthers durch Wetterau und Vogelsberg. Das Studium der Route sagt mir, dass ich den Tross zwischen Freienseen und Laubbach abfangen kann. Da gibt es eine schöne Stelle zwischen zwei Kurven. Und von dort aus ist es dann auch nicht mehr weit zum Hängertreffen am Falltorhaus.

Vespa GTS125

Nach ein paar Kilometern über Sellnrod, Alteinhain und Schotten nach Freienseen kann ich sagen: Das Beschleunigungsloch ist restlos verschwunden. Ist mir auch noch nicht passiert, dass ich ein Fahrzeug auf diese Art gedrosselt habe. Aber jetzt ist alles gut.

Vespa GTS125

An diesem Ort, genau am Abzweig in Richtung Gonterskirchen, werde ich dem Oldtimer Tross auflauern.

Vespa GTS125

Der Roller wird abgestellt, ich greife mir die Fotoausrüstung, lockere die Kleidung ein wenig ………..

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

……. dann kommt auch schon das erste Fahrzeug: Ein Shelby. Wie ich von Egon weiss, starten mehr als 20 dieser Boliden zuerst. Hier also Numero 1.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Da haben sich doch ein paar Zweiräder zwischen die Shelby-Meute gemogelt.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Hier muss ich überlegen, was dieses Fahrzeug mit Oldtimern zu tun hat. Und dann fällt es mir ein: Als Kontrastprogramm hat der MSC etliche Fahrzeuge mit Elektroantrieb mitfahren lassen. Klar, deshalb höre ich auch bis auf das Abrollgeräusch der Reifen nichts. Eine gute Idee. Verglichen mit dem ECOpia werden all unsere heutigen Fahrzeuge Oldtimer sein.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Zwischendurch wirds auch mal richtig alt.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Sobald die Fahrer eine Kamera sehen, treten einige noch mal extra aufs Gas. So krieg ich was geboten.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Meine Lieblinge sind amerikanische BigBlocks.


Einfach Klasse, wie der BigBlock durch die Landschaft wummert.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Und immer wieder zwischendrin alte Kräder, Mopeds und Roller.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Der kleine NSU TT lässt es in der Kurve ordentlich laufen.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Nobel und absolut stilsicher bis zum Jacket.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Das wäre so ein Oldie für mich: Ein Opel Rekord A.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Der DKW 3=6 zieht mit tollem Zweitakt-Spruzz durch die Kehren.

ADAC Oldtimer Fahrt 2017 MSC Horlofftal

Der wunderbare Samba-Bus von VW. Nach diesem kleinen Highlight verlasse ich meinen Beobachtungsplatz und fahre weiter zum Falltorhaus. Mal sehen, was die Motorrad-Anhänger-Fraktion so treibt.

Hängertreffen am Falltorhaus

Am Falltorhaus ist ganz gut was los, allerdings ……….

Hängertreffen am Falltorhaus

……. ist der Zeltplatz der Hängerfraktion extrem dünn besucht. Habe das Gefühl, dieses Treffen findet in jedem Jahr weniger Teilnehmer. Es gibt wohl doch nur wenige Anhängerfreaks.

Hängertreffen am Falltorhaus

Immerhin ein schönes 750er Ural Gespann plus Hänger.

Hängertreffen am Falltorhaus

Die Anhängerfreunde haben natürlich locker Platz für Gepäck und sogar den Schäferhund.

Hängertreffen am Falltorhaus

Goldwings sind natürlich die richtigen Zugfahrzeuge.

Hängertreffen am Falltorhaus

Das für mich interessanteste Hänger-Gespann: Ein kleiner Chinaroller mit Elektroantrieb. Sehr putzig.

Falltorhaus

Und das war’s auch schon mit den Hängern. Ich bummele noch ein wenig über den Platz, begrüße eine Truppe aus meiner alten Heimat RE …….

Falltorhaus

Banne noch schnell die schicke MZ TS250 auf die Linse und damit ist mein Rollertag beinahe beendet. Noch eben 30 Kilometer nach Hause, wo ich noch ein paar winzige Kleinigkeiten an Vespa und Enfield erledige, und das war’s dann für heute.

Ins Knüllgebirge

……. führt mich meine Fahrt heute, und ausnahmsweise nicht wegen der Landschaft, auch nicht wegen der Knülljause, sondern aus zwei Gründen: Zum einen gibt es die Information aus dem Berftal über eine kleine Oldtimershow in Neukirchen und zum anderen ist wieder ein Test fällig. Gestern habe ich nämlich am linken Gabelholm der Harley den Wellendichtring gewechselt, was allerhöchste Zeit war.

Diese Wellendichtringmisere mit dem linken Holm verfolgt mich schon eine ganze Weile, wobei ich diesmal selber schuld war: Hab den Dichtring beim letzten mal falsch herum eingesetzt. Und was ich gestern noch bemerkt und natürlich umgehend abgestellt habe: Das Öl aus dem Gabelholm ist bis auf die Bremsbeläge gewandert. Kein Wunder also, dass mir die Wirkung der vorderen Scheibe etwas schwächlich erschien. Die Beläge sind jetzt jedenfalls neu. Also gilt es, Dichtheit der Gabel und Wirkung der Bremsen zu testen.

Noch heute morgen bin ich überzeugt, keinen Meter fahren zu können: Unwetterwarnungen und eine Regenwahrscheinlichkeit von fast 90% werden prognostiziert. Aber, oh Wunder, am Mittag ist die Prognose korrigiert und es gibt keinen Regen mehr. Also auf!

Zum ersten mal hab ich mir vorgenommen, die Sportster überhaupt nicht sportlich zu fahren, sondern so, wie es sich für einen Cruiser gehört. Richtig sportlich gefahren ist so eine alte Sportster nämlich sehr anstrengend. Einfaches Fahrwerk, harte Federelemente, der ruppige Motor mit seinen Vibrationen, die mäßigen Bremsen – all das kann anstrengend werden. Und der Jüngste bin ich ja auch nicht mehr. Und deshalb wird heute recht moderat gefahren.

HD Sportster

The heaven never seems so near – traumhaftes Wetter begleitet mich durch den gesamten Altkreis Alsfeld. Und die moderate Fahrweise zahlt sich aus: Nach kurzer Zeit bin ich geradezu tiefenentspannt.

Oldtimer in Neukirchen

Nach knapp 50 Meilen bin ich bereits in Neukirchen, wobei ich nicht die kürzeste Route genommen habe. Schon auf den ersten Blick ist zu sehen, dass die Show stark landwirtschaftlich geprägt ist, aber das macht überhaupt nichts. Alte Schlepper sind ja was Feines.

Oldtimer in Neukirchen

Und natürlich auch neue Schlepper wie diese John Deere Familie.

Oldtimer in Neukirchen

Wie man sieht kann John Deere aber auch klein.

Oldtimer in Neukirchen

Dem größten John Deere Schlepper reiche ich gerade mal ans Vorderrad – beeindruckend.

Oldtimer in Neukirchen

Eine kleine Lanz-Gruppe.

Oldtimer in Neukirchen

Das einzige Motorrad ist die feine Kreidler, hier in der Mokick-Ausführung mit 2,6 PS. Gabs aber auch als Kleinkraftrad mit 4,2 PS, und die war seinerzeit der Traum meiner Jugend.

Oldtimer in Neukirchen

Hier geht es um den Hund, einen riesigen Briard, den ich anfangs sogar für einen Wolfshund gehalten habe.

Oldtimer in Neukirchen

Vorn der große Ursus, quasi das polnische Pendant zum deutschen Lanz Bulldog. Der Ursus wurde übrigens im gleichen Werk gebaut wie die 350er Junak.

Oldtimer in Neukirchen

Der deutsche Traumschlepper, ein Schlüter. Schön wie eine italienische Diva.

Oldtimer in Neukirchen

Aber auch kleine Schlepper haben ihren Reiz.

Oldtimer in Neukirchen

Hanomag-Schlepper, rechts der Ackerdiesel.

Oldtimer in Neukirchen

Manche Hanomag waren schon fast Autos.

Oldtimer in Neukirchen

Mit einem Blick auf die schönen Messingteile des Ursus verabschiede ich mich von diesem Oldtimer Event – mit bestem Dank ins Berftal für den guten Tipp.

HD Sportster

Den Rückweg nehme ich nicht durch den Altkreis Alsfeld sondern über die Schwalm. Das Wetter ist immer noch prima, aber eine steife Brise hat eingesetzt und am Himmel erscheinen ein paar dunkle Wolken. Hier, an einem einsamen Sträßchen zwischen Röllshausen und Holzburg, prüfe ich die Gabel: Sieht alls wunderbar dicht aus – bisher. Und die Bremse mit den jetzt ölfreien Belägen bremst wie einst im Mai. So soll es sein.

HD Sportster

Hier mache ich ein Päuschen von 25 Minuten und in dieser Zeit kommt hier kein Fahrzeug und kein Mensch vorbei – einfach klasse. Danach cruise ich weiter in Richtung Vogelsberg und mit dieser Fahrweise bin ich wirklich entspannt und nur unwesentlich langsamer als im Sport-Modus. Muss mich aber manchmal zu dieser Gelassenheit zwingen.

Nach ziemlich genau 100 – nein, nicht Kilometern, sondern Meilen, bin ich dann wieder daheim. Zuletzt gab es ein paar völlig unerhebliche Regentropfen, aber den richtig dunklen Wolken konnte ich davon fahren. Und auch zu Hause ist die Gabel noch dicht. Ich denke, ich kann zufrieden sein.

Just as every year: Heiligabend auf dem Hoherodskopf

Die Wetterprognose für den Heiligabend ist für die Freunde der weißen Weihnacht sehr schlecht, für die Besucher des traditionellen Heiligabend-Treffens auf dem Hoherodskopf dagegen recht manierlich: Temperaturen bis 10°C und leichter Regen.

Ich selbst gehöre eher der Hoherodskopf-Fraktion an und ziehe mich gegen 9:00 einigermaßen warm an, um auf zwei Rädern den Hoherodskopf zu besteigen.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

So sieht die Welt da draußen aus, als ich um kurz nach 9:00 das Haus verlasse und die grüne Cosa aus dem Schuppen rolle – die ist nämlich heute das Fahrzeug meiner Wahl. Es nieselt leise vor sich hin, ist aber tatsächlich nicht kalt.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Aber ab etwa 550 Höhenmetern ändert sich das Bild: Eine dicke Nebelsuppe liegt über dem Land, es wird ordentlich kalt und dazu bläst ein strammer Wind. Hier fühlt es sich doch nach Winter an. Die grüne Cosa zieht von all dem unbeirrt ihren Strich durch und bringt mich immer höher hinauf.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Etwas weiter sind gar noch Schneereste zu sehen, die mit jedem Höhenmeter zunehmen. Ein paar mal komme ich mit meinen K58 Allwetterreifen sogar auf dicken Schnee- und Eisplacken leicht ins Rutschen.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Und schon habe ich den Hoherodskopf erreicht. Der Nebel hat noch deutlich zugenommen und der Wind ist hier oben bitterkalt. Das insgesamt unfreundliche Wetter dürfte der Grund dafür sein, dass erst eine Handvoll Besucher am Orte sind, darunter natürlich auch die ersten GS-Reiseenduros – aber wo sieht man die heutzutage mal nicht.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Allerdings ist da auch die dicke Victory, die ich jetzt schon im dritten Jahr hier oben treffe.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Jetzt läuft auch das erste Gespann ein.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Ein klassisches BMW-Gespann im Schwingenrahmen mit Gleitlagermotor und …..

Heiligabend auf den Hoherodskopf

….. mit Verbundrädern, die einen richtig guten Eindruck machen.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Vom Parkplatz aus ist im dichten Nebel kaum Doros Büdchen zu erkennen. Hier wird es bald die berühmte Erbsensuppe geben.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Und hier haben wir die „Schöne Aussicht“, von der aus Du weit über den Vogelsberg und bis in den Taunus und nach Frankfurt herein schauen kannst – aber nicht heute.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Die ersten Bronx-Feuertonnen werden angezündet, und das tut auch not: Der kalte Wind sorgt für gefühlte Minustemperaturen.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Gegen den kalten Wind hift vorzüglich die Nikolausmütze, die mal vor Jahren hier oben verteilt wurden. Da war es nämlich richtig kalt und ungemütlich.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Mittlerweile sind zwar einige Motorräder dazu gekommen, aber die Zahlen der letzten Jahre werden nicht annähernd erreicht.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

In den vergangenen Jahren hast Du hier vor lauter Menschen Doros Büdchen nicht gesehen.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Die beiden Hunde erinnern mich daran, dass bisher mein Lieblingshundchen fehlt: Die kleine Bulldogge. Und sie taucht auch nicht mehr auf.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Ein kleines Häuflein vom Grünberger AMC läuft ein, darunter nicht ein einziges Russengespann. Hier ist eindeutig eine neue Ära angebrochen. Und Karl-Otto kommt gar ganz ohne eigenes Fahrzeug und hockt statt dessen bequem im Seitenwagen.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Eigentlich sind diese drei schicken Ducati keine typischen Winterfahrzeuge, aber sie haben den Weg hierhin gefunden. Toll!

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Nicht ohne Grund etwas abseits parkt der grundhässliche C1 von BMW – und wurde gelenkt von Martin, der ansonsten mit den exotischsten und ausgefallensten Maschinen hier auftritt. Wobei diese Gurke ja schon ein geeignetes Fahrzeug für dieses Treffen ist, sogar noch geeigneter als meine grüne Cosa.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Es gab Zeiten, da haben die Teilnehmer vom Grünberger AMC kaum aufs Bild gepasst, so viele waren das.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Bei dem guten Zustand der Chrom- und Aluteile der Victory kommt beinahe der Gedanke auf, dass der Bolide womöglich gar nicht auf eigener Achse hier angekommen ist. Kann mich natürlich auch schwer täuschen.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Die Beta Trial tänzelt heran. Und während ich mich noch frage, wie oft die Maschine unterwegs nachtanken musste, stellt sich heraus, dass sie dem Bauch eines Kleintransporters entsprungen ist.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Eindeutig hat aber die Beta das schönste und kleinste Nummernschild aller Maschinen. Dass es nur in einem winzigen Bereich des Main-Kinzig-Kreises Gültigkeit hat, ist eine andere Sache und spielt bei der Bewertung keine Rolle.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Mittlerweile ist es Mittag und ich bereite mich auf den Rücksturz zur Erde vor.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Auf den ersten Kilometern friert das beschlagene Visier zu, aber schon ab Feldkrücken ist es vorbei mit Nebel, Wind und Kälte. Dafür regnets jetzt.

Heiligabend auf den Hoherodskopf

Und kaum bin ich zu Hause, hört der Regen auf und die Sonne bricht durch. Aber ehrlich gesagt war mir das Wetter oben auf dem Hoherodskopf gerade recht. Jetzt raus aus den Klamotten und den Scooter-Boots und ab ins Warme. Frohe Weihnachten.

Netterweise ist auch ein Päckchen direkt aus Indien mit Enfieldteilen angekommen – sehr schön.